Ein Sommer wie 2003

Hitze lockt Menschen ins Schwimmbecken: So profitieren die Freibäder der Region

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Ab ins kühle Nass: Laurin (von links), Jason, Leni, Nele, Nils und Tino (hinten) haben sich im Grebensteiner Schwimmbad abgekühlt. Die Freibäder in der Region vermelden in diesem Jahr gute Besucherzahlen, hoffen aber auch weiterhin auf warmes Wetter. 

Hofgeismar. Die Freibäder der Region profitieren von den sommerlichen Temperaturen, die sich seit Ende April nahezu konstant halten.

Vor allem im Vergleich zum regnerischen Vorjahressommer erkennen die Freibadbetreiber steigende Besucherzahlen. 

Für die Kommunen ändert sich trotz hoher Besucherzahlen wenig. Freibäder bleiben ein Minusgeschäft. „Die Ausgaben sind mit 224.000 Euro viel höher als die Einnahmen in Höhe von circa 33.000 Euro“, rechnet Trendelburgs Bürgermeister Martin Lange vor. Es passen gar nicht so viele Leute ins Bad wie nötig wären, um die Zuschüsse der Kommune zu decken, ergänzt er. Er lobt aber das Team im Bad, das einen großen Beitrag zur Attraktivität der Stadt leiste. Der Gegenwert lasse sich nicht mit Zahlen ermessen. „Das Freibad Trendelburg wird hervorragend geführt, die alte Technik ist aber ineffizient“, sagt Lange. 

Deshalb möchte die Stadt auf das neue Förderprogramm SWIM des Landes Hessen zurückgreifen, das Sanierungen und Modernisierungen möglich machen soll. Das könnte Betriebskosten senken. Man habe sich zudem klar gegen eine Erhöhung der Eintrittspreise ausgesprochen, um weiterhin allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, das Freibad zu besuchen. 

Auch in Grebenstein haben die Besucherzahlen nur wenig Einfluss auf den Haushalt. „Mit den Eintrittspreisen lässt sich der Aufwand nicht bezahlen. Aufgrund des Alters des Bades sowie der baulichen und technischen Substanz wird das Defizit eher steigen“, sagt Bürgermeister Danny Sutor. Man rechne mit Einnahmen um 30 000 Euro, die Gesamtausgaben belaufen sich auf 242 000 Euro. 

Genießen das schöne Sommerwetter: Leni (von links), Emily, Marlon und Lilu erfrischen sich im Trendelburger Freibad mit Eis, Melone und anderen Snacks.

Alle Freibäder der Region sprechen in diesem Sommer von guten Besucherzahlen. Alle Beteiligten hoffen nun auf weiterhin sommerliche Temperaturen. Die Badesaison läuft vielerorts noch bis September.

Wir haben an acht Standorten nachgefragt, wie es konkret aussieht.

„Es sind dieses Jahr mehr Menschen im Freibad als sonst. Wir hatten vor allem viele Kinder wegen der Ferienaktionen zu Gast“, berichtet Mitarbeiter Mike Haldorn. Er sei bisher zufrieden und freut sich auf Aktionen in naher Zukunft.

Auch in Gieselwerder ist eine positive Tendenz auszumachen. „Optisch hatten wir einen großen Zuwachs“, erzählt Nils Heer, Meister für Bäderbetriebe. Er hofft, dass das Wetter weiterhin gut bleibt.

Sven Bering, Betriebsleiter des Grebensteiner Freibads, freut sich dieses Jahr über gute Zahlen: „In den letzten zwei Wochen hatten wir 600 bis 700 Gäste. Wir waren immer gut ausgelastet.“ Er fühle sich an das Wetter des Sommers 2003 erinnert, der der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. „So gute Zahlen wie jetzt hatten wir seit zehn Jahren nicht mehr“, sagt er.

Bürgermeister Danny Sutor freut sich, dass dieses Jahr ein Drittel mehr Dauerkarten, etwas mehr als 200 an der Zahl, verkauft wurden, schränkt aber ein: „Die Konstanz der Besucherzahlen ist ok, die Spitzen fehlen jedoch.“

„Es ist bisher super gelaufen“, blickt Thomas Chwalek, Schwimmmeister des Hallen- und Freibads Immenhausen, auf die letzten Monate zurück. „Da wir ein kombiniertes Hallen- und Freibad betreiben, bewegen sich die Besucherzahlen ungefähr so wie in den Vorjahren“, sagt Chwalek. 31 150 Besucher waren es in diesem Jahr, im vergangenen Jahr 50 Gäste mehr. „Unsere Sommerkurse im Bereich der Aqua Fitness sind immer gut besucht. Anfang August veranstaltet der Förderverein bereits zum fünften Mal die Veranstaltung „Ein Tag wie Urlaub - nur daheim“. „Am 21. Juli und 5. August findet außerdem der HNA-Sommerspaß mit vergünstigten Eintrittspreisen für die Abo-Bonuskarten-Besitzer statt“, blickt Chwalek voraus.

Irmgard Klapp vom Waldbad in Kelze glaubt zwar auch an gute Zahlen, möchte den Tag nicht vor dem Abend loben. „Ich denke, das erste Fazit kann positiv lauten. Wir haben aber noch bis September geöffnet und das Jahr ist noch nicht rum“, sagt sie.

Trendelburg

Bis jetzt habe man in Trendelburg höhere Zahlen zu verzeichnen als letztes Jahr. „Der letzte Sommer war aber auch kein Vergleich, da war es sehr regnerisch“, berichtet Betriebsleiter Marcell Lückert. Dieses Jahr könne man sich über das Wetter nicht beschweren, auch wenn es letzte Woche ein wenig regnerisch war. „Das tut unseren Wiesen auch mal ganz gut“, so Lückert.

Das Bad sei zwar nie rappelvoll, aber konstant gut besucht gewesen. „Wir hatten jetzt mit rund 15 000 Besuchern schon mehr Gäste als die Hälfte vom letzten Jahr“, ist Lückert zufrieden. Durch Feste und die Schulferien seien es gelegentlich weniger Badegäste, das sei aber zuvor schon eingeplant gewesen.

Deutlich bessere Besucherzahlen als in den letzten zwei, drei Jahren hat Silvia Mewes gesehen. Die Fachangestellte für Bäderbetriebe sagt: „Wir können uns nicht beschweren, es herrscht nahezu jeden Tag Betrieb.“ Auch Veranstaltungen rund ums Bad würden darauf Einfluss nehmen.

Zwergen

Vor allem Mai und Juni seien gut besucht gewesen, berichtet eine Mitarbeiterin des Freibads in Zwergen. Im Vergleich zum schwachen Jahr 2016 und dem noch schwächeren Jahr 2017 spiele das Wetter dieses Jahr mit, auch wenn die Ferienzeiten nicht optimal seien, da viele Kinder nicht da sind. Das mache sich in einem kleinen Bad wie dem in Zwergen schnell bemerkbar, so die Mitarbeiterin.

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