Nach Elfmeter-Marathon erschöpft, aber glücklich

EM-Spiel gegen Italien: Kulturhalle Trendelburg tobte beim Siegtreffer

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Lautstark: Gut ausgestattet waren Malte Siemon und Nico Kulka (von links) , die jedes Tor der Deutschen mit Trötentönen begleiteten.

Trendelburg. Der Elfmeterkrimi hat bei den Fans im Kreisteil Hofgeismar Spuren hinterlassen: Während auf Kassels Straßen viele den deutschen EM-Sieg feierten, blieb es hier überwiegend ruhig.

Auch in Trendelburg gingen nach dem kurzen Freudentaumel beim Public Viewing in der Kulturhalle viele lieber nach Hause. Sie waren erschöpft, aber glücklich.

Mit Girlanden, Luftballons, Fahnen und Regenschirmen hatte Veranstalter Heiko Chudigiewitsch optisch die Halle in Scharz-Rot-Gold geschmückt. Und wer etwas genauer hinschaute, entdeckte hier und da auch mal eine italienische Flagge. „Seit zwölf Jahren veranstalte ich hier das Public Viewing - dabei muss natürlich auch die Optik stimmen.“

Neben einer Großleinwand im Innenbereich hat Chudigewitsch auch draußen die Möglichkeit zum Mitschauen geschaffen. Zwar ist der dortige Monitor wesentlich kleiner, wird aber dennoch gerne von Rauchern zum Mitfiebern genutzt. Dass in Trendelburg alles recht ruhig und diszipliniert zugeht, konnte man schon zu Beginn sehen. Beim ersten Ton der Nationalhymne stand der gesamte Saal auf und sang lautstark mit.

Geschafft: Jörg Rode-Hellenbrecht freute sich über das letzte und entscheidende Tor der Deutschen.

Unter den rund 200 Fußballfans waren vor allem junge Leute, aber auch Kinder schauten mit. Da es Samstag sei, wäre das ja kein Problem, sagte Edeltraud Parusel, die mit ihrem Enkel Dustin das Spiel verfolgte. Vom singenden Hut über Tröten und Klapperhände bis hin zu Flaggen und Deutschlandtrikot - der Sechsjährige war gut ausstaffiert zum Spielgucken angetreten.

Das schwarz-weißen Fußball-Trikot war sowieso für viele Pflicht - so viele Gelegenheiten gebe es ja nicht, es mal wieder aus dem Schrank zu holen, sagte eine Trendelburgerin. War in der ersten Halbzeit die Stimmung noch recht gut, so rutschten bei vielen im zweiten Teil die Hände immer mal wieder bangend ins Gesicht. Gesteigert wurde das dann noch beim Elfmeterschießen, bei dem jeder Treffer der Deutschen mit Klatschen und Jubel gefeiert wurde. Ruhig wurde es immer dann, wenn den Italienern ebenfalls ein Tor gelang.

Doch letztendlich wurde alles gut: Beim Siegestreffer der Deutschen tobte der Saal, Fans sprangen herum und umarmten sich, sangen gemeinsam ein Lied.

„Das Spiel war so kräftezehrend - danach brauchten viele wahrscheinlich ihre Ruhe“, sagte Karl-Heinz Hofmann. Außerdem sei es ja schon recht spät gewesen, was zudem ein Grund für das ausbleibende Feiern im öffentlichen Raum gewesen sein könnte. Nicht zuletzt gehört für viele zum Fußball auch Hochprozentiges - und das verträgt sich nun mal nicht mit einem Autokorso.

So jubelte Trendelburg über deutschen EM-Sieg gegen Italien

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