„Wald statt Kilowatt“

Gegen Windkraft: 350 Demonstranten machten sich für den Reinhardswald stark

Sie kämpfen für den Reinhardswald: Lippoldsbergs Pfarrer Christian Trappe (Mitte) wertete die Resonanz als „starkes Statement“. Die Demo-Organisatoren Sonja Erler (links) und Karsten Leineke (rechts) freuten sich.
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Sie kämpfen für den Reinhardswald: Lippoldsbergs Pfarrer Christian Trappe (Mitte) wertete die Resonanz als „starkes Statement“. Die Demo-Organisatoren Sonja Erler (links) und Karsten Leineke (rechts) freuten sich.

In den Sitzungen der Stadt Trendelburg und der Gemeinde Wesertal ging es unter anderem um das Thema Windkraft. Das rief auch die Gegner auf den Plan.

Trendelburg – Wenn es um ihren Wald geht, dann scheinen Bürger aus den Reinhardswald-Anrainer-Orten an einem Strang zu ziehen. Laut Polizei machten sich ewa 350 Demonstranten für Hessens größtes Waldgebiet stark. Nach Veranstalterangaben waren es 450, die vor der Trendelburger Kulturhalle deutlich ihren Unmut gegen den geplanten Windpark im Reinhardswald zeigten.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte die Initiative „Windpark- Reinhardswald – dagegen“ zum Anlass genommen, zu einer Demonstration aufzurufen. Dabei wollte man den politischen Vertretern Trendelburgs „die Rote Karte“ zeigen. Denn eine Woche zuvor hatten CDU und SPD in einer Ausschusssitzung einer Erhöhung der Bürgschaft für die Windpark-Planung empfohlen.

Demo gegen Windkraft: Mit solcher Resonanz nicht gerechnet

„Obwohl es im Januar noch hieß, dass die Kosten weniger würden, soll das Darlehn nun von 3,3 auf vier Millionen Euro angehoben werden“, sagte Karsten Leineke. Er hatte mit seiner Partnerin Sonja Erler die Veranstaltung auf den Weg gebracht. Die Teilnehmer sprachen sich nicht nur gegen den geplanten Windradbau im Reinhardswald auch, sondern auch gegen den Verbleib Trendelburgs in der Energiegenossenschaft.

Dass ihr Aufruf eine solche Resonanz erfahren würde, damit hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Deshalb kündigten sie an, in nicht allzu ferner Zukunft eine weitere Demonstration zu organisieren. Aus Oedelsheim, Gottsbüren, Deisel, Lippoldsberg und Beberbeck waren die Menschen gekommen. Eine besonders große Delegation hatte sich mit dem Bus aus Reinhardshagen auf den Weg gemacht, der von der Firma Sallwey zur Verfügung gestellt worden war. Für Aufmerksamkeit sorgte eine Gruppe junger Helmarshäuserinnen, die mit ihren Pferden zum Protest nach Trendelburg geritten waren.

Demo gegen Windkraft: Kampf für Natur noch nicht verloren

„Wald statt Kilowatt“, „Krank durch Windräder“ oder „Hört auf, uns zu belügen“ waren einige Aussagen, die auf den vielen Plakaten zu lesen waren. Dass die Demonstranten durchaus zuversichtlich seien, dass der Kampf für die Natur längst nicht verloren wei, wurde vor allem in den Redebeiträgen deutlich. Dabei meldete sich auch Bernhard Klug, Vorsitzender des Landesverbands Hessen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zu Wort: „Wir werden für den Reinhardswald vor Gericht ziehen und juristisch den Kampf aufnehmen “, sagte der frühere Trendelburger Bürgermeister. Auch er zeigte sich optimistisch.

Weiterhin forderte Klug dazu auf, „sich nicht ins Boxhorn jagen zu lassen“. Denn Aussagen, dass alles gelaufen und die Anlagen bestellt seien, seien so sicher nicht richtig. „Wer den Wald quält, wird abgewählt,“ stellte Klug fest.

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