Neuer Zwischenfall bekannt

Getriebeöl ausgelaufen: Wieder Gefahr an einem Windrad bei Langenthal

Windkraftanlagen im Windpark Trendelburg 

Nach dem Brand einer Windkraftanlage bei Langenthal hat es im Sommer einen weiteren Zwischenfall in einem Windpark gegeben.

Wie erst jetzt bekannt wurde, lief am 15. August aus dem Maschinenhaus einer Anlage Getriebeöl aus. Die Feuerwehr habe ein Ausbreiten des Öls verhindern können, teilte Trendelburgs Bürgermeister Martin Lange auf Anfrage mit. Ursache für den Ölaustritt war offenbar eine defekte Verschraubung an einer Pumpe der Getriebeölleitung. 

Eine Fernwarteanlage hatte dem Betreiber des Windparks den Ölaustritt gemeldet, dieser alarmierte daraufhin die Feuerwehr. Einsatzkräften aus Eberschütz und Sielen gelang es, das bereits vom Mast auf den Betonsockel herunter gelaufene Öl aufzufangen und mit Bindemittel abzustreuen. Durch die Rotation des Rotors wurden zudem Öltropfen auf die umliegenden Felder und Wiesen geschleudert.

Untersuchungen der hinzugezogenen Unteren Wasserbehörde hätten jedoch ergeben, dass keine Gefahr für Wasser und Boden bestanden habe, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Entfernung kontaminierten Erdreichs sei nicht erforderlich gewesen, da es sich nur um geringe Mengen gehandelt habe.

Der Betreiber habe die Auflage erhalten, die Windkraftanlage außen und innen zu reinigen, sagt Bürgermeister Lange. Für ihn persönlich macht diese „zweite gefährliche Situation in Zusammenhang mit einer WKA sehr plastisch deutlich, dass Havarien nicht nur reine Theorie und Hirngespinste von Windkraftgegnern sind“.

Damit teilt der Bürgermeister die Auffassung von Bürgern, die sich fragen, wie sich solche Situationen auf den Reinhardswald und die dortigen Grundwassereinzugsgebiete auswirkten, wo ebenfalls Windparks entstehen sollen. „Die Sorge um unser Trinkwasser teile ich mit Ihnen“, erwiderte Lange auf eine schriftliche Anfrage von Bürgern. 

Hintergrund:

Ein technischer Defekt war am 26. Juni dieses Jahres Ursache einesFeuers im Maschinenhaus eines Windrades in Langenthal. Seinerzeit waren die Trendelburger Feuerwehren mit 40 Kräften vor Ort. Der Sachschaden belief sich auf rund 50 000 Euro. Der Brand offenbarte, dass es für Wehren kaum möglich ist, in 200 Meter Höhe zu löschen. Die Einsatzkräfte konnten sich nur darauf beschränken, herabfallende brennende Teile am Boden zu löschen. 

Im März waren bei Paderborn die Rotorblätter einer neuen WKA zerborsten. Im Umkreis von 800 Metern hatten Glasfaserpartikel den Boden kontaminiert. Dieser Fall und weitere Havarien veranlassten Kritiker, von WKA als „tickende Zeitbomben“ zu sprechen (siehe „Die Welt“ vom 27. Mai). Der Bundesverband Windenergie wies die Kritik zurück und sprach von Einzelfällen.

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