Mit dem Wolkenbruch kam der Schlamm

Unwetter in Gieselwerder und Gottsbüren: Mühlenfest wegen Schlamm und Wasser abgesagt

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Das Unwetter am Mittwochabend ließ das Wasser wie einen reißenden Strom durch die Straßen in Gottsbüren schießen.

Für viele Menschen in Gottsbüren und Gieselwerder war der Fronleichnam-Feiertag gelaufen. Stundenlange Aufräumarbeiten standen nach dem Unwetter in den beiden Orten an.

Sie versuchten, den Verwüstungen des Wolkenbruchs vom Vortag wieder Herr zu werden.

„Wir rechnen mit drei bis vier Tagen bis wieder alles in Ordnung ist“, sagt Andreas Hanses während er einen kritischen Blick auf Garagen und Schuppen hinter seinem Haus an der Hofgeismarer Straße in Gottsbüren wirft. 

Unwetter in Gieselwerder und Gottsbüren

 
 © Tanja Temme
 
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 © Repro: Tanja Temme
 
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Wasser kam wie ein reißender Strom

Wie ein reißender Strom sei das Wasser am Mittwochabend durch die Hauptstraße geschossen, habe Unmengen von Schlamm mitgerissen, berichtet er. Allerdings blieben seine Abstellplätze davon verschont, „der Fullebach, welcher hinter dem Haus herfließt hat bei uns großen Schaden angerichtet“. Bei diesem nämlich gingen die Wassermassen an einigen Stellen über die Ufer, fluteten die angrenzenden Gärten und eben auch Schuppen und Ähnliches. „Am meisten Sorge bereitete mir unser Gastank, wenn auf ihn ein großer Ast ungünstig geknallt wäre, hätte das große Probleme gegeben.“ 

Vorwürfe macht der Gottsbürer vor allem der Stadtverwaltung, denn die hätten den Bachlauf verwahrlosen lassen, so dass sich entlang des Wasserlaufs Bäume und Gestrüpp ausbreiten konnten. 

Wenig froh blickt auch sein Nachbar Dieter Merten drein, bei dem die Schlammbrühe sogar bis in Küche und Wohnzimmer vorgedrungen war. „In kürzester Zeit ist soviel runtergekommen, dass wir gar nicht wussten wie uns geschah.“ 

Jubiläumsfest muss abgesagt werden

Die Flut sei so gewaltig gewesen, dass Mülltonnen durch den Ort schwammen und Pferde auf der Weide kniehoch im Wasser gestanden hätten. Nachdem er noch sein Haus wieder auf Vordermann gebracht hatte, war am Folgetag die Garage dran. Die zentimeterhohe Schlammschicht sei eine hartnäckige Angelegenheit, nur mit Wasser ginge da gar nichts. Betroffen waren vor allem Anwohner, welche am Orteingang sowie in der Sababurger Straße ansässig sind. 

Stundenlang arbeiteten gestern freiwillige Helfer auf dem Mühlenplatz, um die vielen kleinen Häuschen und Wasserverbindungen vom Schlamm zu befreien. Auch ein Weg, der unterspült wurde, musste hergestellt werden.

Ganz ähnlich erging es auch Anwohnern von Gieselwerder, wo neben Kellern und Garagen auch der Mühlenplatz nach dem Unwetter nicht mehr wiederzuerkennen war. Besonders tragisch dabei, dass am Sonntag ein Jubiläumsfest dort stattfinden sollte, welches nun abgesagt wurde. 

„60 Liter sind bei uns in einer Stunde runtergekommen“, erklärt Norbert Schild, der mit mehr als zehn weiteren Männern am Donnerstag viele der Miniaturhäuschen reinigte. „Auch einer der Wege wurde ausgespült, so dass wir fünf Tonnen Schotter vom Parkplatz wieder hier hoch schaffen mussten.“ 

Aufräumarbeiten dauern an

Weiter ging es mit Schaufeln, Harken und festem Wasserstrahl, denn vor allem der untere Bereich der Anlage, war stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Bis jedes Mühlrad wieder an seinem Platz ist und die vielen kleinen Figuren wieder positioniert sind, wird es noch dauern. Da die Gemeinde für Pinsel und Farbe zur Sanierung der Häuschen kein Geld übrighat, soll am Eingang künftig dafür ein Sparschwein stehen. 

Warum so gewaltige Wassermassen über das Areal strömten, meint man zu wissen: Der starke Eingriff des Forstes in den Wald, die massive Durchlichtung sowie die tiefen Schneisen der Harvester hätten sicherlich dazu beigetragen, hieß es da.

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