Glanzstücke zum Auftakt: Sistergold eröffnete Sommerkultur

Sie verstehen sich blind: Das Saxophon und die Lust auf Musikcomedy verbindet Sistergold, die im Wasserschloss Wülmersen zum Auftakt der Sommerkultur gastierten. Foto: Uphoff-Watschong

Trendelburg. Zum Auftakt der Sommerkultur am Wasserschloss Wülmersen waren besondere Glanzstücke der Musikszene eingeladen.

Das Saxophonquartett Sistergold brachte das Zeltdach über dem alten Herrenhaus der Burg mit einem stimmigen Gesamtpaket aus brillanter Musik, Parodie, Theater und Tanz zum Beben.

Vor sechs Jahren hat sich das Ensemble zusammengefunden und in „Tausenden von Stunden“, wie Tenorsaxophonistin Sigrun Krüger schmunzelnd berichtete, außergewöhnlich spritzige Programme und CDs entwickelt. Die Zeit haben sie und ihre Kolleginnen Kerstin Röhn (Baritonsaxophon), Elisabeth Fläming (Altsaxophon) und Inken Röhrs (Sopransaxophon) gut genutzt und ihre individuelle Musik,- Theater- und Tanzerfahrung verknüpft.

In der daraus entstandenen Show warfen sie sich an diesem hitzigen Sommerabend gegenseitig elegant die Bälle zu, jede wohlüberlegte Gestik erzählte eine Geschichte zur Musik. Das Publikum wurde mit immer neuen Choreographie-Ideen, aber auch mit spontanen Einfällen überrascht. Ein männlicher Besucher wurde sogar eingebunden in den Spaß und nach allen Regeln der Kunst bezirzt. Wie gut sich die Vier verstehen, musikalisch und persönlich, wurde spätestens deutlich, als sie mit „Hit the Road, Jack“ zu zweit ein Saxophon bedienten, eine klappe-spielend, die andere blasend und gestikulierend.

In dem Crossover verschiedenster Musikrichtungen brillierte jede der vier Musikerinnen auch als Solistin. Dabei waren diese Ausnahme-Saxophonistinnen immer in Bewegung, und man fragte sich, woher sie die Puste nahmen, beim Spielen der atemintensiven Instrumente auch noch swingend, rockend und steppend zu tanzen und zwischen Bühne und Zuschauerraum hin und her zu springen.

Elisabeth Fläming legte bei ihrer eigenen Komposition „Earl Queen“ auch noch einen drauf und hielt einen Ton scheinbar eine halbe Unendlichkeit, bis ihr theatralisch die Luft ausging und sie von ihren Mitspielerinnen wieder „aufgepumpt“ werden musste. Aber auch ohne zusätzliche Action konnte Sistergold punkten mit einem Concerto von Telemann, so präzise und strahlend wie man es sich nur wünschen kann.

Mit Stolz berichtete Sistergold von der Teilnahme am World Saxophone Festival in Strasbourg am kommenden Wochenende. Zeitgleich gibt es auch das nächste Konzert in Wülmersen. (znu)

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