1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar
  4. Trendelburg

Holzofen statt Elektroherd: Ehepaar zahlt für Strom nur 20 Euro im Monat

Erstellt:

Von: Tanja Temme

Kommentare

In ihrem Fachwerkhaus lebt die Familie Wiegel aus dem Kreis Kassel sehr bewusst. Strom verbraucht sie wenig – monatlich bezahlen sie nur 20 Euro.
In ihrem Fachwerkhaus lebt die Familie Wiegel aus dem Kreis Kassel sehr bewusst. Strom verbraucht sie wenig – monatlich bezahlen sie nur 20 Euro. © Tanja Temme

Ein Ehepaar aus dem Landkreis Kassel möchte bewusster leben. Das Haus wird größtenteils mit Brennholz geheizt – das spart richtig viel Strom.

Trendelburg – Reparieren anstatt wegwerfen – warm anziehen anstatt Heizung hochdrehen oder Radfahren anstatt Auto nutzen: Umweltbewusst zu leben, hat viele Facetten. Sarah und Siemon Wiegel aus Gottsbüren leben viele davon. Wie ihr Alltag in dem kleinen Dorf bei Trendelburg im Kreis Kassel aussieht, davon haben sie uns berichtet.

Vor sieben Jahren ist das Paar in ein altes Fachwerkhaus gezogen. Ein Objekt, das damals nicht mal eine Wasserversorgung hatte. „Wenn man sein Wasser in Kanistern heranholen muss, geht man automatisch sparsam damit um“, erzählt der 35-Jährige von der Anfangszeit. Obwohl diese lange zurückliegt, gehen die beiden noch immer sorgsam mit der Ressource Wasser um.

„Das fängt mit der Waschmaschine an und hört beim Duschen auf“, sagen sie. Halbvolle Waschtrommeln oder Duschwasser, was minutenlang aus der Brause fließt, gibt es bei ihnen nicht. „Da wir zum Duschen unseren Badeofen anfeuern müssen, steigen wir sogar oft unter das kalte Wasser“, so Wiegels.

Kreis Kassel: Um Energie zu sparen, heizt Ehepaar mit Brennholz

Heißes Wasser für Tee und Kaffee etwa kommt bei dem Paar fast das gesamte Jahr über von ihrem Herd. Da sie mit dem Ofen ihren Wohnraum heizen, wird parallel dazu in einem großen Topf Wasser erhitzt. Nur im Sommer, wenn es heiß sei, erhitzen sie ihr Wasser mit Propangas. Auch mit dem Energieträger Holz geht das Ehepaar entsprechend um: Warme Kleidung aus hochwertigen Naturstoffen – die Sarah Wiegel überwiegend selbst näht – sorgen dafür, dass sie sich in Räumen wohlfühlen, wo manch einer vielleicht frösteln würde.

„Ein guter Pulli ist günstiger als Brennholz – jedes Grad macht sich sofort im Energieverbrauch bemerkbar“, erklärt Siemon Wiegel. So spare man das Heizen des Schlafzimmers und der Abstellräume. Nach den Angaben der Wiegels verbrauchen sie gerade mal fünf Schüttraummeter Holz das Jahr über. Das sei ein Wert, der mit einem gedämmten Neubau gut konkurrieren könne, aber ohne „Energie für Dämmstoffherstellung, Montage und Entsorgung zu verbrauchen“.

Unschlagbarer Stromverbrauch: Ehepaar aus Kreis Kassel zahlt nur 20 Euro pro Monat

Der Stromverbrauch der kleinen Familie scheint fast unschlagbar: 20 Euro zahlen die Gottsbürer dafür pro Monat an ihren Ökostromanbieter. Davon entfallen 10 Euro auf die Grundgebühr. „Der Einstieg ins Stromsparen ist leicht. Jeder kann beim Verlassen eines Raumes das Licht ausschalten.“ Außerdem hat jedes Gerät bei ihnen eine Steckerleiste mit Schalter: Sobald das Gerät nicht benötigt wird, wird abgeschaltet und so auch der Standby-Verbrauch verhindert. „Allein den Router für Internet nachts abzuschalten spart 40kWh ein – das sind ungefähr 25 Euro pro Jahr.“

Um größere Schritte zu machen, mussten weitere Geräte verschwinden: Deshalb gibt es weder Elektroherd, noch einen Kühlschrank oder Durchlauferhitzer. „Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, kommen im Winter in die Diele und im Sommer in den Keller.“

Da die beiden auf dem Land leben, geht es nicht ohne Auto. Auch da könne man viel mit einer benzinsparenden Fahrweise machen, erklärt Wiegel, der wann immer es möglich ist, auf sein Rad steigt. (Tanja Temme)

Erst kürzlich haben die Städtischen Werke Kassel angekündigt, ihre Strom- und Gaspreise zu erhöhen. Auch der große Stromversorger Eon erhöht die Preise für die rund 14 Millionen Kunden in deutschland.

Auch interessant

Kommentare