Finanzielle Belastungen bewältigen

Grundsteuern in Trendelburg werden drastisch steigen

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Grundsteuern werden steigen.

In der Nordspitze des Landkreises Kassel steigen die Steuern auf breiter Front. Nun muss auch die Stadt Trendelburg die Grundsteuern drastisch anheben.

Nur so kann die Stadt den nach dem Rettungsschirm-Vertrag mit dem Land zwingend vorgeschriebenen Haushaltsausgleich erreichen.

Die Stadtverordneten haben am Donnerstag einstimmig die Hebesätze für Grundsteuern A und B um rund 90 Prozent erhöht. Sie steigen von 385 auf 748 Prozent. Haus- und Grundstückseigentümer trifft die Erhöhung hart, sie müssen nun fast doppelt so viel an Steuern entrichten. Die Gewerbesteuern steigen um 15 Prozentpunkte auf 400 Prozent.

Für viele Bürger kommt dieser Schritt ziemlich unvermittelt. Hatte es doch in der Vergangenheit immer wieder geheißen, die Stadt sei finanziell auf gutem Weg. Eine Steuererhöhung stand daher nicht zur Diskussion. Doch seit 2018 wurde immer deutlicher, dass die Haushaltspläne der zurückliegenden Jahre nicht vollends den tatsächlichen Gegebenheiten entsprachen. So sahen sich Verwaltung, Magistrat und Parlament nun zum Anziehen der Steuerschraube gezwungen.

„So wie bisher kann’s nicht weitergehen“, sagte Bürgermeister Martin Lange in seiner Haushaltsrede und ermahnte die Stadtverordneten: „Wir müssen heute an morgen denken.“ Das bedeutet, dass nur durch Steuererhöhungen, die heutigen und künftigen finanziellen Belastungen zu bewältigen sind. Die Stadt hat in diesem Jahr mit einem Rückgang der Schlüsselzuweisungen des Landes in Höhe von 355 000 Euro fertig zu werden. Zudem müssen fortan jährlich 127 000 Euro Tilgungsraten an die Hessenkasse zurückgezahlt werden. Die hatte 2018 der Stadt rund zehn Millionen Euro an Kassenkrediten abgenommen.

Konsens im Trendelburger Parlament ist indessen, dass das Land kleinen Flächenkommunen künftig viel stärker unter die Arme greifen muss. 

Hintergrund

Bei einem Volumen von 12,2 Millionen Euro weist der Haushaltsplan ein Plus von 560 000 Euro aus. Zurückzuführen ist dies auch auf die Anhebung der Grundsteuern auf 748 Prozent. Eine Erhöhung um 100 Prozentpunkte lässt die Einnahmen um 150 000 Euro steigen. Für Investitionen werden 1,055 Millionen Euro Kredite aufgenommen. Da nur 700 000 Euro getilgt werden, beträgt die Neuverschuldung 355 000 Euro. Die Gesamtverschuldung beträgt 7,936 Millionen.

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