Spontan verliebt in Benny

Hängebauchschwein Benny wurde in Wülmersen ausgesetzt: Straußenfarmer nahm jungen Eber auf

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Benny hat endlich gut lachen: Einen Stall und viel Auslauf hat der Hängebauchschweineber nun – jetzt fehlt ihm nur noch eine nette Sau zum Glück.

Schwere Stunden muss Hängebauschweinchen Benny in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erlebt haben - wurde der kleine Eber doch mitten in Wülmersen in einer Box ausgesetzt.

Eine traurige Geschichte, die aber doch ein gutes Ende nahm. Das war passiert: Frühmorgens gegen 8 Uhr hatte einer der Anwohner die Kiste mit dem Tier an der örtlichen Bushaltestelle entdeckt. 

Heraus lugte das schwarze Borstentier mit seiner rosafarbenen Nase, „umgeben von Decken, Spielzeug und sogar einer Pfanne mit Futter drin“, wie Straußenfarm-Betreiber Uwe Schrage berichtet. Da die Behausung nur notdürftig mit einer Plane abgedeckt war, hatte es hineingeregnet, sodass die Ausstattung nass und ungemütlich war.

Gingen die Wülmerser Anwohner, von denen einige schnell Wind von dem Fundtier bekommen hatten, zu Beginn noch davon aus, ein Minischwein entdeckt zu haben, so wurde bei näherem Betrachten klar, dass es sich um einen kastrierten Hängebauchschweinchenmann handelte. Dass dieser Benny heißt, verriet ein Schild, auf welchem in roter Schrift der Name stand – versehen mit einem Herzchen, welches auf einen nicht leichten Abschied hinwies.

Großer Auslauf mit viel Grün für Hängebauchschwein Benny in Wülmersen

Zunächst sollte der Kleine noch vom Bauhof aufgesammelt und ins nächste Tierheim gebracht werden. Dann nahm Bennys Schicksal durch die vorbeifahrende Melanie Schrage-Lang eine ganz neue Wendung. „Meine Frau sah ihn und war, wie man so schön sagt, schockverliebt“, berichtet der Wülmerser Straußenfarmer Uwe Schrage. Er ließ sich von ihr überreden, das ausgesetzte Bündel aufzunehmen.

Einen großen Auslauf mit viel Grün und einen behaglichen Schlafplatz unter einer Wärmelampe richtete der Straußenfarmer für den Neuankömmling her. „Hängebauchschweine darf man nicht allein halten, weshalb ich ihm auf jeden Fall noch eine Partnerin besorgen werde, sonst kommt er nicht klar“, sagt Schrage. Da diese Anschaffung sowie Futter- und Tierarztkosten für dann beide Tiere nicht unerheblich sind, sucht er nun Menschen, die entweder eine Patenschaft übernehmen oder etwas zu Unterstützung spenden wollen. „Die Leute brauchen keine Bedenken zu haben, dass ich das Geld für mich nutzen möchte. 

Farmer mit Herz: Uwe Schrage vermutet, dass Benny höchstens ein Jahr alt ist.

Wer will kann jederzeit vorbeikommen und sich einen Überblick verschaffen.“ Dass Benny bei den Schrages gut aufgehoben ist, zeigte sich schon in der ersten Stunde, als das Schweinchen regelrecht Freudentänzchen auf dem Rasen aufführte und sich genüsslich von seinem neuen Herrchen kraulen ließ.

„Der kleine Kerl wurde zuvor sicherlich in einer Wohnung oder einem Haus gehalten, zumindest wirkt es so“, meint Schrage. Deshalb habe er ihm auch ein Strohnest unter einer Wärmelampe aufgebaut, da es sonst zu kalt für ihn im Stall wäre. Übrigens hatte der Landwirt früher schon Hängebauchschweine und auch schon ein Wildschwein.

Die Polizei Hofgeismar ermittelt nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Dem früheren Besitzer drohe ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.

Info: Wer Benny helfen will, kann sich melden bei Uwe Schrage melden, Telefon: 0170/298116

Ein ausgebüchstes Minischwein hat kürzlich in Landwehrhagen für Aufregung gesorgt. 

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