Erst Freundschaft, dann Liebe

Helga und Manfred Köster aus Gottsbüren feiern Diamantene Hochzeit

Seit 60 Jahren gemeinsam glücklich: Helga und Manfred Köster feiern heute ihren diamantenen Hochzeitstag.
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Seit 60 Jahren gemeinsam glücklich: Helga und Manfred Köster feiern heute ihren diamantenen Hochzeitstag.

Manchmal kennt man sich schon viele Jahre, bevor es dann doch plötzlich zwischen zwei Herzen funkt. So auch bei Helga und Manfred Köster.

Gottsbüren - Heute feiert das Paar seinen Diamantenen Hochzeitstag. „Wir stammen beide aus Gottsbüren und wussten natürlich, wer der andere ist“, erinnert sich Helga Köster, geborene Dörbaum. „Doch bei einem Altersunterschied von zwei Jahren hatte man als Kind und Jugendlicher nicht so viel miteinander zu tun. Man ist ja auch in unterschiedlichen Klassen.“

Das hat sich erst beim Tanz in den Mai 1958 geändert, als Manfred Köster die junge Frau zum Tanzen aufforderte. „Sie war schon eine Hübsche“, erinnert er sich mit einem Lächeln. Seine Frau erklärt, dass die Beziehung als Freundschaft begann. Nach und nach habe sich dann mehr entwickelt. Unter anderem, wenn er sie nach Veranstaltungen nach Hause gebracht habe. „Es war ja auch ein weiter Heimweg“, lacht das Paar rückblickend.

Neben der kleinen Landwirtschaft daheim übte Manfred Köster den Beruf des Dachdeckers aus. Eine Leidenschaft, die er an seinen Sohn weitergegeben hat. Als sich dieser als Dachdeckermeister selbstständig machte, wechselte der Vater in den Betrieb des Sohnes.

Dort arbeitete er kräftig mit, bis ein Sturz von der Leiter für den 82-Jährigen vor einiger Zeit das Signal war, auch privat kürzer zu treten. Nicht so leicht für jemanden, der auch daheim alle handwerklichen Arbeiten mit Bravour erledigte und zum Beispiel das 1927 gebaute Haus selbstständig modernisierte.

Dennoch blieb Zeit für den Sport: 30 Jahre lang war er dem Handball treu. Erst als Spieler, dann als Trainer für die Damen und Schüler. Außerdem spielte er die Trommel im Spielmannszug Gottsbüren.

Ehefrau Helga war zuständig für Familie, Haushalt und Garten. Zwei Kinder bekam das Paar und heute gehören auch noch vier Enkel und bereits ein Urenkel zu Familie. „Das macht richtig Spaß, wenn die hier sind“, freuen sich die stolzen Urgroßeltern.

Helga Köster ging in den Wald, „machte Kultur“, fertigte Handarbeiten und sang lange im Kirchenchor.

Gemeinsam fuhren beide gerne in den Urlaub mit organisierten Busreisen. „Von Tirol bis an die See ging es“, erinnert sich Helga Köster (80). „Jeden Tag haben wir etwas anderes unternommen und wirklich viel gesehen.

Praktisch gedacht: Der Hochzeitstag im November wurde gewählt, weil dann die meisten Arbeiten in der Landwirtschaft unter Dach und Fach waren und alle gemeinsam mit dem glücklichen Paar feiern konnten.

Aber auch die Reisen mit der Tochter nach Griechenland und in die Türkei waren wunderschön“, sagt sie. „Das schönste war immer, am gedeckten Tisch sitzen zu können und keine Arbeit zu haben.“

Beim Tanzen kam für die Liebe und auch später eroberten die beiden nur zu gerne gemeinsam die Tanzfläche. „Das geht heute nicht mehr“, bedauert Manfred Köster, aber seine Frau wirft ein, dass man vielleicht noch mal ein wenig schwofen könne. Möglicherweise ergibt sich ja auf der Feier mit Familie und Freunden doch noch eine Gelegenheit zum Ehrentanz. (Gitta Hoffmann)

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