Projekt für den Artenschutz

Für mehr blühende Wiesen: Hessisches Umweltministerium fördert Landwirte

+
Artenreiches Grünland: Fachdienstleiter Jürgen Düster und Vize-Landrat Andreas Siebert informierten Ministerin Priska Hinz auf einer Wiese bei Sielen. Dabei waren Biologin Cornelia Becker sowie und Prof. Thomas Fartmann, Uni Osnabrück (von links).

Trendelburg/Liebenau/Bad Karlshafen. Auch Grünland wird heute zunehmend intensiv bewirtschaftet. Das führt dazu, dass immer weniger Pflanzen auf den bewirtschafteten Flächen vorkommen.

Das soll sich ändern. Das Land Hessen will mehr blühende Wiesen und Weiden.

Wie Landwirte zu einer extensiveren Bewirtschaftung auf für die Natur wertvollen Flächen bewegt werden können, war Gegenstand eines Pilotprojektes im Diemeltal. Das Projekt unter Federführung des Landkreises Kassel und des Leiters des Fachdienstes Landwirtschaft, Jürgen Düster, war so erfolgreich, dass es jetzt auf den gesamten Landkreis ausgedehnt werden soll. Das bestätigte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Priska Hinz kürzlich bei ihrem Besuch im Diemeltal.

Johanniskraut

Das Förderprogramm des Landes, für das der Landkreis die Grundlagen lieferte, sieht vor, dass Landwirte auf ihrem Grünland typische Arten erhalten. Dazu zählen unter anderem Glockenblumen, Margeriten, Heilziest, Johanniskraut, Orchideen, Kreuzblumen, Schmetterlingsblütler und Orchideen.

Das Interesse an dem Förderprogramm sei beachtlich gewesen, sagt Jürgen Düster. Zunächst kämen im Diemeltal von Liebenau bis Bad Karlshafen 20 Landwirte in die Förderung. Voraussetzung war, dass auf ihren Grünlandflächen mindestens vier der festgelegten Kennarten vorkommen, dafür werden pro Hektar und Jahr 190 Euro ausgezahlt. Bei Nachweis von sechs Kennarten gibt es 280 Euro und bei acht und mehr Kennarten sogar 340 Euro pro Hektar im Jahr. Der Förderzeitraum beträgt zunächst fünf Jahre. Das Land stellt dafür insgesamt 300.000 Euro bereit.

Heilziest

„Für die Landwirte ist das ein willkommener Einkommensbeitrag“, sagt Jürgen Düster. Honoriert werde damit die sichtbare Leistung, die Landwirte durch ihre Bewirtschaftung hervorbringen. Bei extensiver Bewirtschaftung muss auf Gülle verzichtet werden, Mineraldüngergaben sind nur als Erhaltungsdüngung erlaubt.

Artenschutz durch Blühflächen

Welche Kennarten auf den einzelnen Flächen vorkommen, ist von Biologen des Kasseler Büros für angewandte Ökologie und Forstplanung (BÖF) festgestellt und kartiert worden.

„Ich freue mich, dass wir mit dieser Förderung einen wichtigen Beitrag für eine besonders zukunftsweisende Form des Artenschutzes leisten“, sagte Ministerin Hinz anlässlich ihres Besuches vor Ort. Im Diemeltal sei die Zusammenarbeit von Landwirten, Verbänden und Artenschutzexperten vorbildlich gelungen. Im Gesamten sollen nun auch Streuobstwiesen erfasst und in die Förderung mit aufgenommen werden.

Margerite

Das Geld wird dem Landkreis vom Land zugeteilt, dieser zahlt es an die Landwirte aus. Jürgen Düster: „Das ist ein Programm für die Landwirte, nicht für die Behörde.“

66 Hektar werden bislang gefördert

Die Entwicklung und Förderung der Artenvielfalt im Diemeltal ist Teil des Hessischen Programms für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM). Gefördert wird die extensive Bewirtschaftung bestimmter Dauergrünlandflächen zur Erhaltung pflanzengenetisch wertvoller Vegetation. 

Von den insgesamt 12.000 Hektar Grünland im Landkreis liegen 2600 im Projektgebiet Diemeltal. Dieses ist gekennzeichnet durch zumeist flachgründige, kalkhaltige Böden, auf denen vergleichsweise zahlreiche Arten heimisch sind. Die derzeit geförderten Flächen der 20 Antragsteller umfassen 66 Hektar. 

Damit die Landwirte die für ihre Flächen besonders geeigneten Bewirtschaftungsmaßnahmen kennenlernen, wird ihnen eine projektbegleitende Beratung vermittelt. Diese beinhaltet auch die notwendigen Artenkenntnisse.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.