Schweine-Trio auf der Straußenfarm 

Findling Benny bekam nun zwei Freunde – Hängebauchschwein aus schlechter Haltung gerettet

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Harry und seine Freunde: Wenn es ums Fressen geht, verstehen Harry (ehemals Benny) und seine Kumpel Hermine und Ron keinen Spaß. Uwe Schrage ist guter Dinge, dass sie bald gut miteinander klarkommen. 

Traurig blickte Hängebauchschweinchen Benny noch vor zwei Wochen, als es an einem nasskalten Novembermorgen am Straßenrand in Wülmersen gefunden wurde. Doch das ist Vergangenheit.

Der Findling hat inzwischen nicht nur ein schönes Zuhause gefunden. Benny hat auch noch zwei Artgenossen zur Gesellschaft bekommen.

„Dass es nicht bei dem einem bleiben kann, war mir von Anfang an klar“, sagt Uwe Schrage, Schweine lebten im Verbund. Um Kameraden für den jungen Eber zu finden, musste der Wülmerser Straußenfarmer keine großen Anstrengungen unternehmen. Schon nach einem Tag kam eine gute Nachricht, erzählt Schrage: „Das Veterinäramt hatte aus der HNA von Benny erfahren und uns zwei Minischweine angeboten.“

Wegen schlechten Bedingungen

Diese wurden unter schlechten Bedingungen in Schauenburg gehalten, da ihr Besitzer aufgrund einer Krebserkrankung völlig überfordert mit der Pflege seiner Tiere war. „Wäre unser Benny schon älter, wüsste ich nicht, ob das gut wäre. Da er erst ein Jahr alt ist und die beiden Neuen nur ein halbes Jahr älter, passt das.“ 

Derzeit gibt es zwar noch Kabbeleien, hier und da wird sich mal gestupst, aber im Großen und Ganzen versteht sich das Trio gut. „Natürlich ist Benny der Chef im Ring, schließlich ist er etwas größer und wird sicher noch doppelt so groß.“

Neuankömmlinge sind Pärchen 

Da die Neuankömmlinge ein Pärchen sind, von denen der kleine Schweinemann noch nicht kastriert ist, hat Schrage schon Bedenken, dass es im schlimmsten Fall Nachwuchs geben könnte. „Bald müssen wir mit ihm zum Tierarzt, denn mehr kann ich nicht versorgen“, erklärt der 56-Jährige, der auch noch Hunde, Katzen, Pferde und natürlich eine Vielzahl von Straußen hält. 

„Ich hoffe, die Leute denken nicht, dass wir ein Gnadenhof sind. Unsere Kapazitäten sind nun erschöpft.“ Gut eineinhalb Stunden ist der Landwirt allein täglich mit den Schweinen beschäftigt. Für Misten, Füttern und viel Kraulen geht einiges an Zeit drauf.

Tiere suchen Spender 

Weil die Tiere einiges vertilgen und an die 20 Jahre alt werden können, sucht Schrage Spender oder Paten. Mit 250 Euro hat Trendelburgs Bürgermeister Martin Lange den Wülmerser Schweinepapa schon unterstützt: „Normalerweise wäre Benny in das nächste Tierheim gekommen und das wäre für die Stadt sicher teurer geworden“, sagt der Straußenfarmer. Von Privatleuten gab es insgesamt 30 Euro.

Übrigens heißt Schweinchen Benny inzwischen Harry. Das liege daran, dass Schrages Hofhund nun mal auch Benny heiße. Und da es ja nun drei seien hätten sie sich für Harry, Ron und Hermine, entschieden, ganz wie bei Harry Potter .

Info: Wer Uwe Schrage etwas für sein Schweinetrio zukommen lassen möchte, kann sich unter Telefon 0170/2989116 bei ihm melden. Auch Besucher können sich darunter bei Schrage anmelden.

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