Siebenjähriger wurde dabei leicht verletzt

Jungen angefahren: Beifahrer wehrt sich im Netz gegen Vorwürfe

Eberschütz. Nach einer mutmaßlichen Fahrerflucht in Eberschütz hat sich nun ein Unfallbeteiligter gemeldet.

Der Vorfall, bei dem am Montag ein Autofahrer einen siebenjährigen Jungen am Ortseingang von Eberschütz anfuhr, hatte für Aufregung gesorgt. Der Grund: Der Unfallverursacher war laut Polizei weitergefahren, ohne sich um das verletzte Kind zu kümmern. Dazu meldete sich jetzt der Beifahrer auf der Facebook-Seite der HNA. Vorangegangen waren Kommentare von Lesern, die das Verhalten der beiden Männer heftig kritisierten.

Das sagt der Beifahrer

Eine Frau aus der Nachbarschaft sei herangeeilt und habe zugesagt, sich um den Jungen zu kümmern und seine Eltern zu benachrichtigen. Dann habe die Frau den Jungen nach Hause geschickt und sei auch selbst wieder ins Haus gegangen. Der Siebenjährige habe sich daraufhin auf den Heimweg gemacht. Äußerlich seien bei ihm keine Verletzungen zu sehen gewesen.

Die Zeugen

Aufgrund der Berichterstattung über den Unfall haben sich laut Polizeisprecher Matthias Mänz bereits zwei Zeugen bei der Polizeistation Hofgeismar gemeldet und Hinweise auf den Unfallverursacher und seinen Beifahrer gegeben. Auch der Fahrer selbst habe sich kurze Zeit später gemeldet. Es handele sich um einen 41-Jährigen aus dem nördlichen Landkreis Kassel.

Die Ermittlungen

Die Polizei ermittelt nun wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Das Gesetz sieht dafür ein Strafmaß von einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Zudem kann der Entzug der Fahrerlaubnis drohen.

Die Pflichten

Ein Beteiligter eines Verkehrsunfalls hat laut Mänz die Pflicht, solange am Unfallorts zu bleiben, bis andere Beteiligten und Geschädigte seine Identität kennen und wissen, welche Rolle er bei dem Unfall gespielt hat. Oder aber eine angemessene Zeit am Unfallort gewartet hat. Ein Verlassen des Unfallorts kann durch die Einwilligung von anderen Beteiligten gerechtfertigt sein.

Unfälle mit Kindern

Kinder können die Lage nach einem Unfall oft nicht richtig einschätzen. „Demnach dürfte das Entfernen vom Unfallort nicht gerechtfertigt sein“, sagt Mänz, auch wenn Kinder dem zustimmen. Wenn ein Beteiligter seinen gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, sollte er den Unfallort ohne die Einwilligung der Eltern des Kindes nicht verlassen. Außerdem: „Grundsätzlich sollte man noch an der Unfallstelle die Polizei verständigen“, sagt Mänz.

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