Kommentar zur Windenergieanlage am Deiselberg: Bedrohte Arten

Trendelburg. Windräder können an artenschutzrechtlichen Hürden scheitern. Wo Rotmilane, Feldlerchen und Fledermäuse fliegen, da muss nachgewiesen werden, das Rotoren die Tiere nicht gefährden. Ein Kommentar von Gerd Henke.

Wie im Falle der kurz vor dem Baustart stehenden Trendelburger Anlage, die Gutachter zu der Überzeugung kommen konnten, dass hier keine schützenswerte Art gefährdet sein soll, ist nicht bekannt. Wie jetzt, wo die Vögel ihre Brut aufziehen, jeden Tag aufs Neue zu beobachten ist, fliegen gerade hier die Rotmilane in stattlicher Anzahl.

Wenn eintritt, was Beobachter befürchten, dann war es für viele Tiere dieser Art der letzte Sommer. Wenn sich die über 60 Meter langen Rotorblätter im nächsten Jahr drehen, dann könnte für die derzeit noch stattliche Population am Deiselberg vermutlich das Ende gekommen sein.

Für den Rotmilan aber hat die Bundesrepublik eine besondere Verantwortung. Hier leben mit 12 000 Brutpaaren mehr als die Hälfte aller Rotmilane der Welt. Weshalb die Art ja auch streng geschützt ist. Ein Konflikt mit dem Bundesnaturschutzgesetz wie mit EU-Recht, welche das wissentliche Inkaufnehmen des Tötens von Individuen besonders geschützter Arten verbieten, scheint programmiert. Hier werden Verwaltungsgerichte noch für Klarheit sorgen.

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