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Umstrittenes Projekt: Windpark Reinhardswald - Kommunen sollen bald entscheiden

Kreis Kassel: Windpark Reinhardswald - Kommunen sollen bald entscheiden
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Windräder in Waldgebieten: Pläne für solche Projekte, hier ein Bild aus Baden-Württemberg, gibt es auch für den Reinhardswald. 

Im Reinhardswald im Kreis Kassel soll ein Windpark mit 20 Anlagen entstehen. Dagegen regt sich allerdings Widerstand. Nun stehen einige Beschlüsse an. 

  • Im Reinhardwald (Kreis Kassel) sollen 20 Windräder gebaut werden
  • Das Projekt "Windpark im Reinhardwald" ist jedoch umstritten
  • Nun stehen Beschlüsse zum weiteren Verfahren an

Kreis Kassel - Am geplanten Windpark im Reinhardswald mit 20 Anlagen sind auch Kommunen aus der Region beteiligt. Dort stehen jetzt Beschlüsse zum weiteren Verfahren an. Hier sind wichtige Fragen und Antworten dazu:

Windpark Reinhardswald: Worum geht es bei dem Projekt?

Die Windpark Reinhardswald GmbH will 20 Windkraftanlagen im Reinhardswald (Landkreis Kassel) bauen. Das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium Kassel dafür läuft seit Sommer 2019. Die Geschäftsführung rechnet mit einem Baubeginn im kommenden Jahr und einer Inbetriebnahme im Jahr danach, hieß es aktuell in dieser Woche. 

Gegner des Windpark-Projekts, die sich in der Initiative Pro Märchenland zusammengeschlossen haben, zweifeln dagegen an einer schnellen Genehmigung und einem baldigen Baubeginn. Sie haben, sollte das RP grünes Licht für die Windräder geben, Klagen angekündigt.

Welche Kommunen sind an der Windpark Reinhardswald GmbH beteiligt?

Das sind Grebenstein, Immenhausen, Trendelburg und Fuldatal. Sie gehören der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) an, die zu 80 Prozent kommunal getragen wird und zu 20 Prozent in privater Hand ist.

Die EGR hält wiederum mit 51 Prozent die Mehrheit an der Windpark Reinhardswald GmbH. Als weitere Beteiligte weist die GmbH die Städtischen Werke Kassel, die EAM Natur GmbH, die Stadtwerke Eschwege und die Bürgerenergiegenossenschaften eG aus.

Windpark Reinhardswald: Was steht jetzt für die Kommunen an?

Nachdem die Windpark GmbH die Vollständigkeitserklärung des Regierungspräsidiums zum eingereichten Genehmigungsantrag erwarte, sind nach Aussagen des Vorstandes der EGR, Danny Sutor (Bürgermeister Grebenstein) und Karsten Schreiber (Bürgermeister Fuldatal), aktuell in den beteiligten Kommunen die notwendigen Beschlüsse zur weiteren Umsetzung nötig.

Bereits im Vorjahr habe die EGR den Kommunen mitgeteilt, dass spätestens im zweiten Quartal 2020 die Beschlüsse zur Realisierung des Windparks im Reinhardswald anstehen würden. Manche Beschlüsse seien nicht aufschiebbar und müssten bis Mitte Juni fallen, erklärte Sutor im Gespräch mit der HNA. Das betreffe aber nicht nur speziell den Windpark, sondern sei mancherorts derzeit in anderen energietechnischen Fragen ebenso der Fall. Man habe aktuell ein Schreiben dazu an die Kommunen verschickt. Das sei eine Ankündigung mit Informationen und keine Beschlussvorlage, betont Sutor.

Wird es trotz Corona Informationsveranstaltungen für die Mandatsträger geben?

Ja, erklärt der EGR-Vorstand weiter. Schon im Vorfeld habe es eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen geben, bei denen sich die Mandatsträger der beteiligten Kommunen über das Projekt informieren konnten. Jetzt solle hierzu erneut Gelegenheit gegeben werden – in Coronazeiten unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften. Ursprünglich habe man zwei große Informationsveranstaltungen – eine für Fuldatal/Immenhausen, eine für Grebenstein/Trendelburg – geplant, sagt Danny Sutor. 

Um den Mandatsträgern kurze Wege zu ermöglichen und auch die Personenanzahl soweit wie möglich gering zu halten, wolle man nun Anfang Juni in jeder beteiligten Kommune eine eigene Veranstaltung für Mandatsträger abhalten. „Der EGR ist es besonders wichtig, auch in diesen Zeiten weiterhin ein hohes Maß an Transparenz zu leben“, teilt der Vorstand weiter mit.

Soll neben Mandatsträgern auch die Öffentlichkeit einbezogen werden?

Generell empfiehlt die Energiegenossenschaft Reinhardswald ihren Mitgliedskommunen, Gremienbeschlüsse unter Einbeziehung der Öffentlichkeit herbeizuführen. „Auch in der aktuellen Situation gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten die Öffentlichkeit teilnehmen zu lassen“, heißt es in der Mitteilung der Genossenschaft. „Die konkrete Umsetzung zur Herstellung der Öffentlichkeit kann natürlich jede Kommune für sich selbst entscheiden.“ 

Eine Vorgehensweise könnte beispielsweise sein, auf jeden Fall Pressevertreter zuzulassen, um eine möglichst breite Information der Öffentlichkeit zu gewährleisten, ergänzt Sutor. Wie viele Bürger man darüber hinaus für die Veranstaltungen zulassen könne, das hänge dann von den örtlichen Gegebenheiten und der Einhaltung der Hygieneregeln ab.

Von Matthias Müller

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