Flussreise an der Diemel

Kultursommer: Musiker und Erzähler begeistern Zuschauer in Trendelburg

Sie sorgten musikalisch für Stimmung: Sabine Roppel (von links), Stefan Metz und Rolf Dressler.
+
Sie sorgten musikalisch für Stimmung: Sabine Roppel (von links), Stefan Metz und Rolf Dressler.

Von der Diemel an den Mississippi in ein paar Minuten: das schafft nur die Kunst. Mit der Reise von Fluss zu Fluss startete der Kultursommer Nordhessen sein Programm im Landkreis.

Trendelburg - Die Premiere der Reihe „Am Fluss“ erlebten gut 50 Gäste am Diemelufer in Trendelburg. Die Kulisse an der Domäne konnte passender kaum sein: das Bühnenzelt unter einem riesigen Baum fast versteckt, die Zuschauer auf der Wiese mit Blick auf den Deiselberg. Wie beim Kultursommer unter freiem Himmel üblich, hatte man es sich auf mitgebrachten Campingstühlen bequem gemacht und war auf alles vorbereitet: Decken waren ebenso im Gepäck wie Regenhosen und Ponchos, hier und da sah man ein Sektgläschen oder eine Flasche Wein. „Ich bin dankbar, dass Sie das so mitmachen“, sagte Kultursommer-Intendantin Maren Matthes, die auch in der zweiten Corona-Saison auf kleine einstündige Open-Air-Veranstaltungen setzt.

Das Programm „Am Fluss“ hat Matthes vom Kasseler Schauspieler Stefan Becker entwickeln lassen, der in Literatur und Musik auf eine unerschöpfliche Fundgrube zugreifen konnte. Wasser war und ist in der Kunst immer ein beliebtes Motiv. Beckers lebendiger und humorvoller Lese- und Erzählstil entführte die Gäste mit Mark Twain an den Mississippi oder zu einer Liebesszene am Fluss im Roman „Blackbird“ von Matthias Brandt.

Hat das Programm entwickelt: der Kasseler Schauspieler Stefan Becker.

Musikalische Mitstreiter auf der Flussreise hatte Becker in Sabine Roppel (Gesang, Gitarre), Rolf Dressler (Akkordeon, Gitarre) und Stefan Metz (Gitarre) gefunden. Die Band sorgte mit bis zu drei Gitarren und Ukulele für einen dichten, perfekt verstärkten Klang und streute mit dem Akkordeon immer wieder maritime Anklänge ein. Sabine Roppel bewies zwischen Amerikanischem Folk (Boat on the River), Jazzballade (Moon River) oder Schuberts Forelle eine wandelbare dynamische Stimme. Herbert Grönemeyers „Land unter“ gab sie zum originalgetreu wiedergegebenem Soundtrack ihre eigene Note.

So erwies sich „Am Fluss“ als rundum überzeugendes Konzept mit Bekanntem und Überraschendem, das durch die Ausführenden wunderbar präsentiert und vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde. Das Programm ist nochmals am 16. Juli zu sehen und zu hören. Dann findet es an der Weser in Lippoldsberg statt. (Markus Löschner)

Infos und Tickets: https://www.kultursommer-nordhessen.de/

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.