Trendelburger Spritzgusshersteller Duschek

Kunststoffteile in 8.000 Varianten - Für jedes ein eigenes Werkzeug

+
Für jedes Teil ein eigenes Werkzeug: Alexander Duschek zeigt hier in einem der Werkzeuglager einen Kleiderhaken, für den ein früherer Auszubildender das Werkzeug gebaut hat. 

Trendelburg. Für jedes Teil ein eigenes Werkzeug: Der Trendelburger Spritzgusshersteller Duschek agiert erfolgreich in einer industriellen Nische.

Die Firma Duschek hat ein Platzproblem. Das Firmengelände an der Domäne erweist sich mittlerweile als zu klein. Damit der Betrieb die sich ihm auf dem Markt bietenden Chancen auch weiterhin nutzen kann, muss er sich räumlich erweitern. Aus diesem Grund hat Alexander Duschek vor Kurzem die historische Schäferscheune direkt neben seinem Betriebsgelände erworben. Eine dahinter liegende Immobilie hatte sein Vater davor schon gekauft.

Kunststoffteile kann die Firma in jedem vom Kunden gewünschten Farbton liefern.

Alexander Duschek hat den Betrieb von seinem Vater Karl-Heinz zum Jahreswechsel mit seinen 18 Mitarbeitern übernommen. Das große Standbein des Betriebes ist die Herstellung der unterschiedlichsten Kunststoffteile im Spritzgussverfahren. Mittlerweile hat die Firma mehr als 8.000 Artikel gelistet. Die Palette reicht von Getränkechips, Lüftungsdüsen und Abdeckungen über Tür- und Tresorgriffe und Joysticks bis zu Faltenbälgen für Gangschaltungen und Fahrzeuge.

Neben zahlreichen mittelständischen Unternehmen zählen zu den Kunden auch Wirtschaftsgrößen wie der Kasseler Bahn- und Bustechnikhersteller Hübner, die Kölner Traktorenschmiede Deutz, das Sanitärunternehmen Villeroy & Boch und der Weltkonzern Bosch. Vergangene Woche hat Alexander Duschek einen weiteren Auftrag beim Melsunger Medizintechnikhersteller B. Braun an Land gezogen. „Da müssen wir bis auf den hundertstel Millimeter genaue Präzisionsarbeit abliefern“, sagt der 32-jährige Firmenchef.

Kathleen Sehovic stanzt hier einen kleinen Bolzen in einen Fensterheber für die Kabine eines Traktors ein.

Neben der Teile-Produktion bietet Duschek auch die komplette Montage und Konfektionierung von Bauteilen an. Den großen Vorteil seiner Firma sieht Duschek in der Flexibilität. „Wir sind ein Nischenbetrieb und können uns auf Teile beschränken, die sonst keiner macht.“ Flexibilität, gepaart mit kurzen Lieferzeiten, „ist unsere Stärke“, sagt Duschek.

Für die Anfertigung der unterschiedlichsten Kunststoffteile sind jeweils eigene Werkzeuge notwendig. Diese Werkzeuge aus Stahl, die die Formen für jedes Bauteil abgeben, baut die Firma selber. Für 8.000 Teile muss es also auch 8.000 Werkzeuge geben. Und weil für jeden neuen Auftrag auch ein neues Werkzeug gebaut werden muss, herrscht auf dem Betriebsgelände inzwischen Platzmangel. Zwar haben die Duscheks in den vergangenen Jahren in der Produktionshalle schon die 18 CNC-gesteuerten Spritzgussmaschinen enger zusammengerückt, aber das half nur vorübergehend. Deshalb will der Chef demnächst in der neu erworbenen Scheune die Verwaltung unterbringen und die bisherigen Bürogebäude für Lagerzwecke bereitstellen.

„Wir sehen, dass wir gut am Markt positioniert sind“, sagt Duschek. Weil die Nachfrage größer sei, als die Firma derzeit aufgrund begrenzter Kapazitäten produzieren kann, will sie mit Augenmaß wachsen. Die familiäre Struktur soll dabei nicht aufgegeben werden. Das habe schließlich zu dem produktiven Arbeitsklima beigetragen, die die Firma bislang erfolgreich macht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.