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Maria und Otto Bunzendahl aus Gottsbüren sind seit 65 Jahren ein Ehepaar

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Von: Gitta Hoffmann

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Maria und Otto Bunzendahl aus Gottsbüren am 65. Hochzeitstag fotografiert. Lächeln beide in die Kamera und er hat Arm um sie gelegt
Seit 65 Jahren verheiratet: Maria und Otto Bunzendahl aus Gottsbüren feiern heute gemeinsam mit der Familie ihre Eiserne Hochzeit. © Gitta Hoffmann

Die Beiden lernten sich bei einem Tanz in Gottsbüren kennen. 1957 fand die Hochzeit in Vellmar statt. Dabei zogen sie erst ein Jahr später zusammen.

Gottsbüren – Wer heiratet, zieht auch zusammen, oder? Otto und Maria Bunzendahl zogen erst ein Jahr nach der Hochzeit zusammen – geschadet hat es der Ehe aber keineswegs. Nach 65 Jahren feiert das glückliche Paar heute seine Eiserne Hochzeit.

Kennengelernt haben sich Otto und Maria Bunzendahl, eine geborene Landendörfer, beim Tanz in Gottsbüren. „Da saßen vier Mädchen zusammen und ich bin rübergegangen und habe Maria zum Tanz aufgefordert“, erinnert sich der 87-Jährige und lächelt verschmitzt. „Dabei habe ich gar nicht gern getanzt, lieber habe ich mit meinen Freunden getrunken.“

„Aber du hast ganz gut getanzt, sonst hätte ich dich gar nicht genommen“, kontert seine Frau und wird mit einem „Du warst ja auch schon damals ein schönes Mädchen“ belohnt. Gerade mal 18 Jahre alt war Maria beim Kennenlernen und hatte schon einiges in ihrem Leben mitgemacht.

Sie gehörte zu den Vertriebenen aus dem Sudetenland, die in Nordhessen eine neue Heimat gefunden haben. Der 20-jährige Otto kam gebürtig aus Gottsbüren, seine Eltern hatten eine Landwirtschaft, die er auch später noch im Nebenerwerb weiterführte, während er als Maurer und Waldarbeiter arbeitete. Maria Bunzendahl lernte den Beruf der Hauswirtschafterin und kochte sieben Jahre für einen alten Herrn. „Sie ist eine sehr gute Köchin“, lobt der Gatte, „am liebsten mag ich Milchsuppe und Reisbrei.“ „Für den Opa zu kochen, macht am meisten Spaß“, wirft Enkeltochter Sandra ein. „Der isst alles gerne.“

Nach der Hochzeit blieb Maria Bunzendahl erst Mal bei ihren Eltern

Geheiratet wurde in Vellmar: Bei schönem Wetter trat das junge Paar vor den Traualtar.
Geheiratet wurde in Vellmar: Bei schönem Wetter trat das junge Paar vor den Traualtar. © privat / repro: G. hoffmann

Als das Paar 1957 bei schönstem Wetter in Vellmar heiratete, konnte es nicht – wie sonst üblich – gleich zusammenziehen. Die Braut blieb noch für ein Jahr bei ihren Eltern in Vellmar. Sogar das erste Kind, Sohn Helmut, wurde dort geboren.

„Das Haus meiner Schwiegereltern war abgebrannt und erst als 1958 das neue Haus fertiggestellt war, konnte ich mit unserem Sohn nach Gottsbüren zu meinem Mann ziehen“, erklärt die 84-Jährige.

„Eigentlich wollten wir schon früher heiraten“, verrät sie weiter, „aber da war ja erst Karneval und dann Fastenzeit. Da ging das natürlich nicht. Da hat sich mein katholischer Dickkopf durchgesetzt.“

Mit Tochter Silvia war die kleine Familie dann komplett, heute gehören noch vier Enkel und sechs Urenkel dazu. Enkeltochter Sandra wohnt samt zweier Urenkel im gleichen Haus. „Die sind unsere ganz große Freude“, betonen die Bunzendahls. Sie betreiben heute zwar keine Landwirtschaft mehr, aber einen Hund, Katzen und sogar Ziegen nennen ihr Eigen. „Die Ziegen wollten aber die Enkel und Urenkel. Das Land haben wir inzwischen verpachtet.“

„Die Viecher waren unser Hobby, dazu der Garten. Es blieb nicht viel Zeit für anderes oder Urlaubsreisen“, sagt Otto Bunzendahl. „Aber ich bin auch immer gerne in den Garten gegangen. Das kann ich heute nicht mehr und das fehlt mir schon.“ Maria Bunzendahl hat immer gerne gestrickt. Socken und Pullover und alles, was gewünscht und gebraucht wurde.

Ein Geheimnis für ihre 65 glücklichen Ehejahre kennen die Bunzendahls nicht, aber sie haben diesen Rat: „Man muss aufeinander Rücksicht nehmen und man muss zusammenhalten. Dann funktioniert auch eine Ehe.“ (Gitta Hoffmann)  

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