Bis an die Grenze

Lake Run in Trendelburg: Ein Selbstversuch durch Matsch und die kalte Diemel 

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Kraftprobe am Seil: Gerd Henke (rechts) und Nils Jewko (links) erklimmen ein Netz beim Lake Run in Trendelburg. 

Die HNA-Mitarbeiter Gerd Henke und Nils Jewko haben am Lake Run in Trendelburg teilgenommen. Eine Geschichte über einen Selbstversuch. 

Das eiskalte Wasser der Diemel steht mir bis zum Bauchnabel. Wie viel Grad es hat? Ich weiß es nicht. Was ich weiß, dass ich freiwillig eigentlich nicht in so ein kaltes Wasser gehen würde. Doch jetzt stehe ich hier, teste mich und meinen Körper beim Lake Run in Trendelburg. Und das nächste Hindernis, es wartet auf der Diemel.

Es sind drei Kanus. Sie sind blau und müssen passiert werden – natürlich unter Wasser. Klasse, denke ich, tauchen soll ich also auch noch. Ich muss mich überwinden. Dann halte ich die Luft an und stecke meinen Kopf unter Wasser. Lange halte ich es vor Kälte nicht aus. Nach jedem Kanu tauche ich wieder auf und alles geht von vorne los. Dreimal, dann habe ich auch Hindernis Nummer 15 von 22 auf der acht Kilometer langen Strecke gemeistert. Aber der Reihe nach.

Der Start

Es ist kurz vor 11 Uhr, einer dieser klassischen Herbsttage. Der Himmel ist bedeckt, immerhin regnet es nicht. Auf einer Wiese warte ich, die Startnummer 7198, auf den Startschuss für den Hindernislauf. An meiner Seite: Mein Kollege Gerd Henke. Wir laufen gemeinsam, helfen uns und anderen. Beim Lake Run geht es auch um Teamgeist. Das werde ich später noch erfahren. Dann geht’s los, ich bin motiviert und zuversichtlich.

Die ersten Hindernisse

Mit uns startet eine größere Gruppe. Darunter sind Familien mit Kindern und Teilnehmer, die sich als Comic-Figur Hulk verkleidet haben. Zu Beginn ist die Kraft des grünen Superhelden aber noch nicht gefragt. Es geht durch kleine Matschlöcher, einen Anstieg hoch und wieder runter. Unten angekommen wartet als erste Prüfung der „Double Oxxer“, zwei querliegende Baumstämme, die es durch Klettern zu überwinden gilt.

Durch den Schaum: Ein Hindernis, das eigentlich keines war.

Anschließend geht es weiter in den Reinhardswald. Es warten die nächsten Hindernisse. Wir müssen über eine rote Wand klettern und durch Reifen tippeln. Alles kein Problem. Aus der großen Startgruppe sind mittlerweile viele kleine geworden. Einige Teilnehmer sprinten vorne weg, andere gehen es langsam an. Ich laufe weiter neben Gerd. Wir reden kaum miteinander. Kräfte sparen. Wir werden sie noch brauchen.

Erste Zweifel

Das zeigt sich auch am siebten Hindernis. Ich stoße erstmals auf der Strecke an meine Grenzen, als ich mich von einem Metallfass zum nächsten hangeln soll. 90 Kilo können meine Arme einfach nicht halten. Als Strafe warten 20 Liegestütze mit einem Strecksprung auf mich. Egal, abhaken und weiter geht’s.

Plötzlich muss ich irgendwie an die Bundeswehr denken. Warum? Der Grund heißt „Krabbeln“. Ich muss auf dem Bauch unter einem Netz hindurchkriechen. Geschafft. Etwas später machen sich trotzdem erste Zweifel breit, als es die ersten beiden Male in die Diemel geht. Die erste Hürde, aus dem Wasser ein Netz an einer Brücke hochklettern, ist noch kein Problem. 

Mit vereinten Kräften: HNA-Volontär Nils Jewko (links) und ein weiterer Teilnehmer ziehen HNA-Redakteur Gerd Henke die Quarterpipe hoch. 

Es geht ja nur kurz ins Wasser. Das sieht anders aus, als ich einmal quer durch die Diemel schwimmen muss. Die ersten Kilometer mit zehn Hindernissen machen sich bemerkbar. Ich steige abgekämpft aus dem Wasser. Die Klamotten fühlen sich gleich fünf Kilogramm schwerer an und kleben an meinem Körper. Ich frage mich, ob ich das Ziel beim Lake Run erreiche. Schließlich habe ich fast zwei Jahre kaum Sport gemacht.

Der Endspurt

Was mir entgegenkommt, sind die kurzen Pausen auf der Strecke. Steile Berge oder ganz schmale Waldwege, die Gerd und ich im Gehen absolvieren. Wir meistern auch die nächsten Hindernisse, etwa das Balancieren über eine Slackline und schließlich das Kanu-Hindernis in der Diemel. Das Ziel rückt näher. Wir klettern aus matschigen Erdlöchern – auch dank eines Helfers, der uns ein Seil reicht. Da ist er wieder, der Teamgeist. Dann laufe ich eine Quarterpipe hoch, ziehe Gerd anschließend mit einem weiteren Teilnehmer die orangene Rampe hinauf. In dem Moment wissen wir: Wir haben es geschafft.

Geschafft: HNA-Redakteur Gerd Henke (rechts) und HNA-Volontär Nils Jewko (links) im Zielbereich mit einer Medaille um dem Hals.

Der Rest ist einfach. Wir erklimmen ein Netz und ziehen Fässer an einem Seil hoch. Die Anstrengung hat sich gelohnt. Im Ziel wartet eine Medaille. Noch schöner ist aber das Gefühl, den Lauf geschafft zu haben. Zum Abschluss gehe ich noch vor Ort duschen. Das Wasser? Ist natürlich kalt.

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