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Naturerlebnis auf der Diemel fast wie im Dschungel

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Von: Bernd Schünemann

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Zwei Kanuten in ihrem Boot auf der diemel.
Fast wie ein Fluss im Urwald: Die Diemel bietet besonders für Kanuten ein hautnahes Naturerlebnis. Die Nutzung des Flusses kann zu Problemen führen. © Archiv

Die einen wollen angeln, andere Kanu fahren. Die Diemel mit ihren Lebensräumen ist ein beliebtes Ziel in der Region. Was macht den Fluss so anziehend?

Kreisteil Hofgeismar – Rechts und links wachsen Büsche und Bäume – und lassen einen eher an einen tropischen Fluss denken als an die Diemel. Die Baumkronen sorgen für Schatten. „Nordhessischer Dschungel“ wird die Diemel gern genannt. Viele möchten an diesem Erlebnis teilhaben. Kanufahrer sind auf Tour, Angler erfreuen sich an den Fischen, die sie aus der Diemel ziehen (HNA berichtete). Auf dem Uferweg sind Radler und Wanderer unterwegs, die von dort die Natur erleben wollen. „Die Diemel ist touristisch gut erschlossen“, stellt Hans-Jürgen Schwabe, der Vorsitzende der Naturschutzbund-Gruppe Hofgeismar (NABU), fest.

Eine Reihe von Ansprüchen also an das Gebiet, an dessen Ufern auch Landwirtschaft betrieben wird. Wenn dann noch Niedrigwasser herrscht wie in diesen Tagen, wird es gewissermaßen eng für den Fluss, seine Nutzer – und für die Tiere und Pflanzen, die dort leben. Der Schmetterlingssteig an den Diemelhängen zeigt das zweifach: Er führt durch geschützte Gebiete, die bundesweit Hotspots der Artenvielfalt sind. Und er zieht Besucher an, die diese Vielfalt erleben wollen.

Flussauen und deren Wälder sind besondere, schützenswerte Lebensräume. Mitte November 1994 wurde deshalb der Auenverbund Diemel zwischen Liebenau und Bad Karlshafen als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Aufgrund ihrer vielfältigen Gewässerstruktur bietet die Diemel vielen unterschiedlichen Arten einen Lebensraum: Bewaldete und waldfreie  Ufer, Altarme, Flussauen und Nebenflüsse sind einige der Strukturen an dem Fluss. Brutgebiete sollten geschützt werden, sagt NABU-Vorsitzender Schwabe mit Blick auf die Laichplätze von Fischen. Wenn Boote bei niedrigem Wasserstand über die Laichplätze führen, „ist es vorbei“. Diese Gefahr drohe aber vorwiegend im Frühjahr und Frühsommer. Jetzt sei die Laichzeit beendet.

Schwabe wünscht sich auch von den Anglern eine Kartierung für die Diemel: Die sollte wertvolle Bereiche zeigen, für die Schutzmöglichkeiten gesucht werden könnten. Dann sollte auch darüber nachgedacht werden, diese Bereiche vor Betreten und Befahren zu schützen.

Beiträge zum Schutz und zum Erhalt des natürlichen Lebensraums leistet unter anderem der Wasserverband Diemel. Er hat mehrere Altarme renaturiert, die gleichzeitig dem Hochwasserschutz dienen.

Als nächstes Projekt sollen länderübergreifend zwischen Grimelsheim und dem Warburger Stadtteil Dalheim Altarme renaturiert werden. Die Altarme sind auch aus der Sicht des Naturschutzbundes wichtig. Sie seien Rückzugsräume, die laut Schwabe besonders geschützt werden sollten. (Bernd Schünemann)

Lebensgemeinschaften sollen geschützt werden

Der Schutzzweck der Diemel ist in der Verordnung für das Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Diemel beschrieben. Dort heißt es unter anderem: „Der Schutz dient insbesondere den im Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser geprägten Lebensgemeinschaften entlang der Gewässer. Schutzziel ist die Erhaltung der durch die unterschiedlichen Durchfeuchtungsstufen bestimmten Wiesen- und Ufervegetationstypen sowie die weitgehende Wiederherstellung naturnaher Gewässerabschnitte durch die Umwandlung von Ackerland in Grünland und die Extensivierung der Grünlandnutzung.“ (Bernd Schünemann)

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