Renaturierung von Kalkmagerrasen bei Sielen

Naturschutz und Artenvielfalt im Diemeltal erhalten

Eine Informationstafel oberhalb Sielens erklärt, was es mit der Renaturierung auf sich hat.
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Eine Informationstafel oberhalb Sielens erklärt, was es mit der Renaturierung auf sich hat.

Stößt das Projekt auf Akzeptanz? Wie beobachten die Einwohner von Sielen die Renaturierung im Sielener Hölzchen?

Sielen - „Es gab doch den ein oder anderen, der skeptisch war. Vor allem, was das Abholzen anging. Aber Natur ist nicht gleich Natur“, sagt Ortsvorsteher Jan Hofeditz. Die Fläche oberhalb des Trendelburger Ortsteils Sielen, ist Teil eines Renaturierungsprojekts, das von der Universität Osnabrück begleitet wird. Der ursprüngliche Kalkmagerrasen soll sich dort entwickeln und dessen Tier- und Pflanzenwelt bessere Lebensbedingungen vorfinden (wir berichteten).

Anfang des Jahres rollten Bagger an, befreiten die Fläche von dichtem Gestrüpp und Gehölz. Aber nicht alles wurde entfernt. „Bäume und wertvolle Hecken wurden stehen gelassen. Nur was den Kalkmagerrasen in seiner Entwicklung negativ beeinflusst, wurde entfernt“, sagt Jürgen Düster, Fachdienstleiter Landschaftspflege beim Landkreis Kassel und fügt hinzu: „Tiere und Pflanzen benötigen viel Licht. Das hätten sie in dem alten Zustand des Kleinen Hölzchens nicht bekommen.“

Infotafel aufgestellt

Um Anwohnern und Wanderern des Diemeltaler Schmetterlings-Steigs die Wichtigkeit der Renaturierung näherzubringen, wurde oberhalb von Sielen eine Informationstafel aufgestellt. Darauf ist unter anderem ein Foto zu sehen, das das „Kleine Hölzchen“ vor der Renaturierung zeigt. Stellt man sich neben die Tafel und schaut ins Tal, hat man den gleichen Blick und kann den Unterschied deutlich erkennen.

Trendelburgs Bürgermeister Martin Lange steht voll und ganz hinter der Renaturierung. „Es gibt gute Gründe dafür: Wir wollen den Naturschutz und die Artenvielfalt erhalten. Diese Art von Fläche gibt der Region ein Gesicht“, erklärt er. Insekten wie Schmetterlinge, von denen es allein im Diemeltal etwa 50 verschiedene Arten gebe, benötigten nicht die Gehölze, sondern Pflanzen.

Auf dem Kalkmagerrasen: (von links) Louisa Jordan (Ortsbeiratsmitglied), Jürgen Düster (Landkreis Kassel), Patrick Pfeiffer (Baumamt Trendelburg), Martin Lange (Bürgermeister), Albert Kurzenknabe und Jan Hofeditz (Ortsvorsteher Sielen) auf der Fläche bei Sielen.

„Das sind hier wertvolle Flächen, die es definitiv zu erhalten gilt“, sagt Louisa Jordan, Mitglied des Sielener Ortsbeirates. Da diese Flächen an einem Hang liegen, seien sie für die Landwirtschaft eh nicht geeignet, ergänzt Düster. Mit der Vielfalt an Tiere und Pflanzen wolle man Besuchern des Schmetterling-Steigs „die Schätze zeigen, sie ihnen näher bringen“, sagen Lange und Düster.

Damit der Kalkmagerrasen die richtige Pflege bekommt, soll dieser demnächst beweidet werden. Ein Schäfer aus der Region soll die Aufgabe übernehmen. Schon früher haben Schafe und Ziegen dafür gesorgt, dass die Rasenflächen frei bleiben und gepflegt aussehen. (Nela Müller)

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