65 000 Euro Gesamtkosten

Neue Schutzmauern gegen Hochwasser 

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Schwere Brocken: Die Sandsteinblöcke für die Riegel wiegen 1000 bis 1200 Kilogramm und werden mit Hilfe eines Baggers platziert. Stahlstangen verbinden die Schichten miteinander und sollen sie gegen Wegrutschen sichern. Im Bild bohrt Günter Ladage von der Firma Funke Löcher für die Stäbe in die Sandsteine. 

Trendelburg/Exen/Friedrichsfeld. Vor über zwei Jahren sorgten Massen von Wasser und Schlamm für eine Überschwemmung. Das soll sich nicht nochmal wiederholen, weshalb die Schutzmauern nicht nur erneuert sondern auch vergrößert werden. 

Wasser hat eine ungeheure Kraft. Das müssen die Anwohner an Weser und Diemel und auch deren Zuflüssen immer wieder feststellen. Wie im September vor zweieindrittel Jahren, als sich nach einem starken Regen Massen von Wasser- und Schlamm von den Äckern bei Friedfrichsfeld und Exen in den Sauerbach und von dort bis nach Trendelburg hinein ergossen und dort für eine Überschwemmung sorgten.

Das soll sich so schnell nicht wiederholen. Grund für die Überschwemmung war nicht nur die Menge des Wassers, sondern auch, dass die jahrzehntealten Rückhaltebauwerke am Sauerbach nicht mehr funktionierten und zudem zu klein waren.

Drei Wochen Arbeit

Seit drei Wochen schon wird entlang der vorübergehend gesperrten Landesstraße L 763 zwischen Trendelburg, Friedrichsfeld und der Abfahrt zum Weiler Exen gebaut. Die Verkrautungen im Bachbett und der angelandete Boden wurden abgefahren sowie das Bett des Sauerbaches abgeflacht und ausgeweitet, um mehr Rückstaufläche für das Wasser zu gewinnen. Bislang wurden 1362 Tonnen Erdaushub weggefahren.

Fast alle Mauern erneuert

Außerdem wurden die 13 stark beschädigten Mauern, sogenannte Geschiebefänge, abgetragen und komplett erneuert. Es handelte sich dabei um Bruchsteinmauern quer zum Bachlauf, die kleine Durchlässe besitzen und so das zusätzliche Wasser vorübergehend aufstauen und Geröll und Erdboden absetzen lassen. Sie wurden durch deutlich größere Riegel aus 1000 bis 1200 Kilogramm schweren Sandsteinblöcken ersetzt.

Wirkungslos: Die alten, kleineren Barrieren von 1954/55 waren weitgehend zerfallen. Dieses Foto zeigt den Zustand vor Beginn der Baumaßnahme.

Gegen Ausspülungen werden die angrenzenden Bereiche mit Steinschüttungen befestigt. Insgesamt wurden nach Angaben des Wasserverbandes Diemel 117 Tonnen Steine verbaut. Drei kleine Riegel im unteren Bereich blieben stehen, da sie zwar beschädigt sind, aber noch etwa zehn Jahre halten werden.

Die 65 000 Euro Gesamtkosten trägt der Sauerbachverband, dem die Straßenbaubehörde Hessen Mobil angehört (übernimmt 70 Prozent der Kosten) und die Stadt Trendelburg (30 Prozent).

Künftig soll die Funktion der Rückhaltebecken besser kontrolliert werden. Die Anlandungen sollen alle drei bis vier Jahre entfernt und der Ackerboden den Landwirten zum Zurückholen angeboten werden. Außerdem soll das Bachbett von Bewuchs freigehalten werden, damit sich keine Rückstaus bilden.

Außerdem soll mit den Landwirten über eine optimierte Bewirtung der Flächen zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld gesprochen werden, etwa der Schlagunterteilung quer zum Hang, dem kleinräumigen Wechseln zwischen erosionsanfälligen und nichtanfälligen Kulturen sowie einer dauerhaften Begrünung der besonders erosionswirksamen Ablaufbahnen und über Hecken.

Fertige Sperre: Bürgermeister Kai-Georg Bachmann, Planer Daniel Floride (Büro Wagu, Kassel) und Nicole Lipphardt, Geschäftsführerin des Wasserverbandes Diemel, besichtigten am Dienstag die fast fertiggestellte Baustelle. Am Samstag soll die Straße wieder frei sein.

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