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NVV prüft Potenziale von alten Bahnstrecken im Kreis Kassel

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Von: Moritz Gorny, Natascha Terjung

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Die Fahrt der RT1 endet momentan in Hümme, in einigen Jahren könnte sie bis nach Trendelburg fahren. Archiv
Die Fahrt der RT1 endet momentan in Hümme, in einigen Jahren könnte sie bis nach Trendelburg fahren. © Thomas Thiele

Vor 56 Jahren fuhr die Carlsbahn das letzte Mal von Hümme nach Bad Karlshafen – jetzt könnte ein Teil der stillgelegten Strecke wiederbelebt werden.

Der Abschnitt zwischen Hümme und Trendelburg wurde in einer Übersicht zu Reaktivierungen von Bahnstrecken des Landes Hessen aufgenommen. Demzufolge hat diese Strecke zwar nach erster Prüfung Potenzial zur Wiederinbetriebnahme, dem müsse aber noch eine Potenzialanalyse und Machbarkeitsstudie des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) folgen. Zudem müsse die finanzielle Umsetzbarkeit geklärt werden, heißt es von einem Sprecher des NVV.

Für Bürgermeister Martin Lange ist das trotzdem ein wichtiger Schritt: „Für die Stadt Trendelburg ist das ein Riesen-Erfolg.“ Auch für die benachbarten Kommunen sieht Lange darin einen Gewinn. In Zusammenarbeit mit der Uni Kassel und dem NVV habe man sich schon öfter mit dem Thema Mobilität im ländlichen Raum befasst. So sei auch die Idee entstanden, den Personenverkehr zwischen Hümme und Trendelburg zu reaktivieren.

Konkret heißt das: Die RT 1, die derzeit von Kassel nach Hümme fährt, könnte bis nach Trendelburg weiterfahren. Das sei aufgrund der Taktung der Regiotram möglich. Doch ob die Strecke überhaupt reaktiviert werden kann, wird erst nach den zahlreichen Prüfverfahren feststehen – und das könnte laut Lange bis zu zehn Jahre dauern. Zudem ist die alte Strecke teilweise überbaut, unter anderem mit der Friedhofskapelle in Stammen und dem Diemel-Radweg.

Das sei ein Problem, aber ein lösbares, findet der Landtagsabgeordnete Oliver Ulloth (SPD), der sich ebenfalls für die Reaktivierung einsetzt. Der Ausbau des ÖPNV sei vor allem im ländlichen Raum wichtig: „Infrastruktur hebt auch die Lebensqualität des Ortes“, sagt Ulloth. Ein erster Schritt ist laut des NVV die Potenzialanalyse, die bereits in Auftrag gegeben worden ist, das Ergebnis wird 2023 erwartet. Neben der alten Carlsbahn-Strecke werden auch die Abschnitte Baunatal – Schauenburg-Elgershausen sowie Kassel – Lohfelden untersucht.

Hessen Mobil erarbeitete Streckenübersicht

Hessen Mobil hat im Auftrag des Landesministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen eine Übersicht der stillgelegten Strecken erarbeitet. Insgesamt sind das demnach 67 Strecken mit mehr als 230 Streckenabschnitten. Davon werden derzeit 24 näher untersucht, bei einigen ist die Reaktivierung bereits in Planung. Unter anderem sind dabei laut der Übersicht der Zustand der Strecke, die heutige Nutzung und der Streckenverlauf entscheidend.  (Natascha Terjung Und Moritz Gorny)

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