Das passiert 2018 in Trendelburg: „Mal Tempo rausnehmen“

Das Trendelburger Freibad ist im Sommer beliebter Aufenthaltsort. Die Technik muss 2018 weiter ertüchtigt werden. Archivfoto:  ziv

Trendelburg. Was steht 2018 in Trendelburg an? Welche Entscheidungen müssen getroffen werden, welche Pläne werden umgesetzt? Wir geben Ihnen den Überblick.

Auch in Trendelburg wird im neuen Jahr der Staffelstab im Rathaus weitergereicht. Bürgermeister Kai Georg Bachmann (39) übergibt zum 1. April die Amtsgeschäfte an Martin Lange (37), der am 12. November gewählt worden war. Die auslaufende sechsjährige Amtszeit Bachmanns war unter anderem geprägt von der finanziellen Entlastung der Stadt mithilfe des Rettungsschirms des Landes. Seitdem sank die Gesamtschuldenlast um mehr als 8,7 Millionen Euro auf nunmehr rund 16,2 Millionen. Das hatte unter anderem auch eine Entlastung im Ergebnishaushalt zur Folge.

Trotz der beachtlichen Verringerung der Schulden, habe sich die Stadt in ihrer Infrastruktur weiterentwickeln können, blickt Bachmann zufrieden auf das bislang Erreichte. Vor diesem Hintergrund werde die Kommune „im neuen Jahr mal das Tempo etwas rausnehmen“, so der Bürgermeister. „2018 wird ein Jahr der Konsolidierung werden.“ Entsprechend überschaubar sind auch die Vorhaben für das neue Jahr.

Dorferneuerung

In Eberschütz und Gottsbüren stehen die Dorfgemeinschaftshäuser auf der Agenda. Während in Eberschütz das DGH „behutsam erneuert“ werde, müssten sich die Gottsbürener überlegen, „wie sich das Haus weiterentwickeln soll“. Bislang seien alle Projekte seit 2012 „gut abgearbeitet worden“, sagt Bachmann, das gelte auch für Langenthal und Sielen. Die bis 2019 angemeldeten Vorhaben haben für die Stadt ein Gesamtvolumen von einer Million Euro, Privatleute werden im Rahmen der Förderkulisse dann sogar drei Millionen investiert haben.

Stadtmauer

Die Stadtmauer wird in zwei Abschnitten saniert: Auch am Steintor wird das historische Mauerwerk neu aufgebaut. Foto:  Henke

Das finanziell größte Investitionsprojekt 2018 ist die Sanierung der historischen Stadtmauer in zwei Bauabschnitten – an der Pfarrstraße und am Steintor. Insgesamt 205 000 Euro sind dafür eingeplant. 128 000 werden im Rahmen der Dorfentwicklung vom Land zugeschossen. Das Besondere: Die Mauer soll in ihrer ursprünglichen Form aufgebaut und mit Ankern gesichert werden.

Kanalsanierung

Für die Sanierung ihres Abwassersystems nach der sogenannten Eigenkontrollverordnung (EKVO) wurde der Stadt 2008 vom Land ein Darlehen von 7,8 Millionen Euro gewährt. Über vier Millionen davon wurden bereits verbaut, aber vermutlich waren nur rund zwei Millionen förderfähig. Deshalb komme es nun darauf an, noch einige Maßnahmen in 2018 anzugehen, aber auch ein Teil der abgeschlossenen Arbeiten vom Land noch als förderfähig anerkennen zu lassen. Bis Mitte 2018 müssen in Wiesbaden die Verwendungsnachweise vorliegen.

Burg

Der Hotel- und Restaurationsbetrieb auf der Burg hat sich gut entwickelt, weiß Bürgermeister Bachmann. Die Stadt werde sich weiter für die Pläne von Hotelbesitzer Dr. Rolf Lohbeck stark machen, im nördlichen Wehrturm Hotelzimmer einzurichten. Im daneben stehenden Hochzeitsturm existieren schon seit Jahren Hotelzimmer. Bachmann ist zuversichtlich, dass mit dem Denkmalschutz auf Basis der von Wissenschaftsminister Boris Rhein kürzlich gezeichneten Kompromisslinie 2018 eine Lösung gefunden werden kann.

Freibad

Das Trendelburger Freibad ist im Sommer eine Attraktion. Doch die Technik ist veraltet. „Daher werden wir weiter in die Anlage investieren müssen“, so der Bürgermeister.

Hessenkasse

Auch in Trendelburg ist der Kassenkredit zur Liquiditätssicherung mit 6,5 Millionen Euro relativ hoch. Mit der Hessenkasse, die 2018 eingerichtet werden soll, könnte dieser umgeschuldet werden. „Ich empfehle die Teilnahme“, sagt der Bürgermeister, „unbedingt.“

Hintergrund

Einwohnerzahl jetzt unter 5000

Die Stadt Trendelburg hat in diesem Jahr wieder einen Rückgang an Einwohnern zu verzeichnen. Zum Stichtag 30. Juni hatte die Stadt mit ihren acht Ortsteilen 4957 Einwohner, das waren 52 weniger als am 31. Dezember 2016. Die größten Verluste verzeichneten die beiden größten Ortsteile Kernstadt (-17) und Deisel (-18). Nur Eberschütz (+10) und Friedrichsfeld (+1) hatten einen positiven Saldo.

Herr Bachmann, bitte ergänzen Sie! 

Für 2018 wünsche ich mir für meine Stadt vor allem … 

… dass der Bürgermeisterwechsel ohne Reibungsverluste vollzogen werden kann und das „Team Stadt Trendelburg“ die Stadt mit ihren acht Ortsteilen erfolgreich weiterentwickeln kann.

Wenn ich fünf Millionen für meine Stadt hätte, würde ich … 

… die marode und abgeschriebene Infrastruktur mit einem großen Schluck aus der Pulle instandsetzen, bzw. ersetzen und somit im Zeitraffer die Arbeiten erledigen, die unsere Finanzausstattung derzeit nur schrittweise zulässt.

Wenn ein Prominenter Werbung für meine Stadt machen soll, wäre es … 

… Barack Obama, weil er die Menschen mitreißen und überzeugen kann und gezeigt hat, wie wichtig es ist, den Wandel zu gestalten, anstatt nur zuzusehen, wie er sich vollzieht.

Meine Kommune ist die schönste im Kreis, weil … 

… hier wie bei keiner zweiten Flüsse, Berge, Ausblicke, Wälder, Gastronomie, traumhafte Dörfer und Kulturdenkmäler wie Perlen aneinandergereiht sind, die sowohl Touristen als auch Einwohner zu Aktivitäten und zum Ausruhen gleichermaßen anregen.

Wenn ich 2018 in die Schlagzeilen gerate, will ich lesen, dass … 

… die Schlagzeile lautet: „Unbequem aber erfolgreich, Bachmann hat Trendelburg aus der Krise geführt.“

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