Betreiber prüft verschiedene Optionen

Planer gehen gegen Gerichtsentscheid vor: Berufung gegen Windpark-Baustopp

Baustelle des Windparks Bad Karlshafen: Dieses Foto vom Bau der Zufahrt und dem Planieren des ersten Anlagenstandortes entstand im September vergangenen Jahres.
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Baustelle des Windparks Bad Karlshafen: Dieses Foto vom Bau der Zufahrt und dem Planieren des ersten Anlagenstandortes entstand im September vergangenen Jahres.

Nachdem der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel den Baustopp für den Windpark bei Langenthal erteilt hat, hat die Projektgesellschaft Berufung erhoben.

Trendelburg/Kassel - Das ergab eine Anfrage unserer Zeitung an die wpd onshore Gmbh & Co. KG. Der Landesverband Hessen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hatte in einem Eilverfahren gegen das Projekt, bei dem drei Windräder gebaut werden sollten, geklagt und Recht bekommen. Die Planer, die das Projekt als „Windpark Bad Karlshafen“ bezeichnen, wollen sich mit der Niederlage nicht zufrieden geben.

Arbeitsfortschritt

Im vergangenen Jahr hatte die Projektierergesellschaft mit den Baumaßnahmen begonnen. „Das Baufeld für die drei Anlagen des Windparks Bad Karlshafen musste bereits im Vorfeld aufgrund einer entsprechenden Verfügung der Naturschutzbehörde zu etwa 80 Prozent durch den Waldeigentümer gerodet werden“, sagt Carsten Schulz, verantwortlich für die Leitung des kaufmännischen Projektmanagements. Der Fichtenbestand sei vom Borkenkäfer befallen gewesen. Mit der Rodung sollte einer weiteren Ausbreitung entgegengewirkt werden.

Die restlichen 20 Prozent der Fichtenbestände seien im Auftrag der Projektgesellschaft gerodet worden. „Darüber hinaus stehen weitere umfangreiche Rodungen schadhaften Baumbestands im unmittelbaren Umfeld durch den Landeigentümer an“, erklärt Schulz weiter. Der Wegebau von der K72 zu den Bauplätzen sei fertiggestellt, ebenso der Höhenausgleich der Bauflächen. „Die Kranflächen befanden sich in Arbeit. Die Baustellen selbst waren über die Wintermonate inaktiv, sodass es keine akuten Arbeiten gab.“

Reaktion zum Urteil

„Ein Baustopp nach erteilter Genehmigung ist immer eine schlechte Nachricht“, erklärt Schulz aus Sicht der Planer. Schließlich werde Prozess des Weiterbaus hin zur Fertigstellung unterbrochen. „Das gilt erst recht im Falle eines für die Energiewende und den Klimaschutz wichtigen Projekts“, betont er.

Berufung

Das Ergebnis einfach akzeptieren werde die Projektierergesellschaft nicht. „Das Berufungsverfahren läuft und wir werden uns hier vollumfänglich einbringen, um vor Ort die Erzeugung regenerativen Stroms zu ermöglichen und so einen Beitrag zum Schutz von Klima, Umwelt und Natur zu leisten“, sagt Schulz. Da bereits „beträchtliche Investitionen“ getätigt worden seien, prüfe der Betreiber derzeit verschiedene Optionen. Dazu gehöre laut Schulz auch die Möglichkeit der Umplanung auf deutlich größere Typen der neuen Anlagengenerationen. (Nela Mülller)

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