Verfahren für 20 Windkraftanlagen in Trendelburg eröffnet

Reinhardswald: Start für Windkraftverfahren

+
Symbolbild: Windräder wie diese könnten bald in Gottsbüren im Reinhardswald stehen.

Das Verfahren für 20 Windkraftanlagen auf dem Langenberg/Hahneberg und dem Farrenplatz im Reinhardswald bei Gottsbüren ist eröffnet. 

Am 30. Juli wurde der Antrag zur Genehmigung im Regierungspräsidium (RP) Kassel abgegeben. Antragstellerin ist die Windpark Reinhardswald GmbH &Co KG, an der die Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR), die EAM Natur, die Städtischen Werke Kassel und die Stadtwerke Eschwege beteiligt sind. Mit 51 Prozent der Anteile ist die EGR Hauptgesellschafterin.

Antrag ist mehrere tausend Seiten lang

Der Antrag nach dem Bundesimmissionschutzgesetz (BImschG) hat mehrere tausend Seiten und hat ein Digitalvolumen von 650 Megabyte. Im Rahmen der sogenannten Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TÖB) sind die Antragsunterlagen inzwischen auch an die Anrainerkommunen versandt worden, bestätigt RP-Sprecher Michael Conrad. 

Die TÖB, darunter sind Vereine, Verbände sowie kommunale und staatliche Ämter, haben nun bis zum 9. September Gelegenheit, ihre Stellungnahmen mit Hinweisen und Bedenken abzugeben. Nach dieser Frist werden die Fachleute des RP die Stellungnahmen einordnen und die Antragsunterlagen auf Vollständigkeit prüfen. Ist diese Prüfung abgeschlossen, wird der gesamte Genehmigungsantrag veröffentlicht. Dann hat jeder Bürger in einem Zeitraum von mehreren Wochen Gelegenheit, eigene Hinweise und Bedenken zu Protokoll zu geben.

Bürgerinitiativen bereiten sich auf Klagen vor

Schon jetzt bereiten sich Bürgerinitiativen und Gemeindevertreter in Oberweser auf mögliche Klagen vor den Verwaltungsgerichten vor. Denn in den Reinhardswaldgemeinden und den Nachbarkommunen sind die Windparks auf den Vorrangflächen KS 4a und 4b hochumstritten. So haben mehrere Bürgermeister und Kommunalpolitiker eine Resolution gegen die Pläne verfasst. 

Bürgermeister Cornelius Turrey gab am Donnerstag im Parlament bekannt, dass die Antragsunterlagen beim Regierungspräsidium in Kassel eingereicht wurden und auch die Gemeinde Oberweser eine Kopie erhalten habe, um die Vollständigkeit zu prüfen. Es gehe noch nicht um inhaltliche Stellungnahmen, sondern nur um die Einschätzung, ob noch wichtige Bereiche fehlten. Die elektronisch vorliegenden Daten, die etwa sechs Aktenordnern entsprechen, müssten allerdings von der Gemeinde selbst ausgedruckt werden. Das und das Prüfen dürfte in vier Wochen nur schwer zu schaffen sein, sagte Turrey. Es sei klar, dass der Stromanschluss, den die Gemeinde auf ihren Grundstücken nicht verlegen lassen wollte, das Areal von Oberweser nicht berührt, da die Leitung nach Würgassen führen soll. Die Zuwegungen zu den Windrädern seien noch nicht geklärt. Für den Bau seien 5300 Schwertransporte und Lkw-Fahrten vorgesehen. 

Gemeindevertretung bemängelt Waldbrandgefahr und schwierige Löschwasserversorgung

Der Gemeindevertetungsvorsitzende Hubert Henne wies auf die Waldbrandgefahr durch die Generatoren hin und dass es mit der Löschwasserversorgung im Wald Probleme geben könnte, da die Hydranten nicht ausreichend dimensioniert seien. Die Zufahrten seien zu eng geplant, so dass sich nicht zwei Löschfahrzeuge begegnen könnten. Insgesamt werden etwa 30 Träger öffentlicher Belange (TÖB), also Kommunen, Behörden, Verbände angehört und können später Stellungnahmen abgeben. Dann sei auch eine Bürgerbeteiligung vorgesehen. Angesichts der kritischen Lage der deutschen Wälder sagte Carsten Klinge (SPD): „Die Katastrophe im Wald kommt uns vielleicht zugute, dass dieser Windkraft-Irrsinn im Reinhardswald gestoppt wird.“

In der EGR wartet man unterdessen auf die Eingangsbestätigung der Antragsunterlagen, sagte Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor, einer der Vorsitzenden der EGR.

Hessen Forst verpachtet die Flächen

Die 20 geplanten Windräder stehen auf den Windvorrangflächen KS 4a und 4b, sie sind mit dem Teilregionalplan Energie 2016 beschlossen worden. Eigentümer ist der Landesbetrieb Hessen Forst, der sie an die Windpark Reinhardswald GmbH & Co KG verpachtet. 

Die Gesellschaft hat bereits 20 Anlagen mit einer jeweiligen Leistung von 5,6 Megawatt bestellt. Bei einer Nabenhöhe von 166 Metern und einem Rotordurchmesser von 150 Metern beträgt die Gesamthöhe 240 Meter.

Lesen Sie auch: Berichte über Windkraft im Reinhardswald: Vorwürfe gegen Regierungspräsidium 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.