Andrang bei Infoveranstaltungen

Rückenwind für Windkraftkritiker in Gottsbüren

200 Zuhörer: In der Gottsbürener Reinhardswaldhalle ging es am Dienstag um die geplanten Windkraftanlagen im Reinhardswald.

Gottsbüren. Wie vor kurzem in Gieselwerder, so jetzt auch in Gottsbüren: Informationsveranstaltungen zum Thema Windenergieanlagen im Reinhardswald sorgen für volle Säle.

Erneut haben sich - diesmal am Dienstag in Gottsbüren auf Einladung der Bürgerinitiativen rund um den Reinhardswald - rund 200 Interessierte versammelt, um sich die Argumente gegen den Bau riesiger Windräder anzuhören. Dem Hessenfernsehen war das sogar eine Live-Schaltung in das Dorf im Reinhardswald wert. Erneut riefen die Bürgerinitiativen dazu auf, am Beteiligungsverfahren zur zweiten Offenlegung und Anhörung des Teilregionalplans Energie Nordhessen teilzunehmen und Eingaben mit Bedenken gegen die Planung an das Regierungspräsidium zu schreiben. Dies ist bis zum 29. Mai möglich.

Drei Referenten griffen in der Reinhardswaldhalle unterschiedliche Aspekte der Stromerzeugung durch Windräder auf. Dr. Detlef Ahlborn erläuterte grundlegende Daten unserer Energiegewinnung und die Schwierigkeiten wie Netzstabilität oder Stromspeicherung, die mit der Windkraft einhergehen. Das vernichtende Fazit des Ingenieurs aus Großalmerode: Windkraft sei eine riesige Verschwendung von Ressourcen, die weder den Treibhauseffekt verringere, noch wirtschaftlich sei und zudem die Landschaft schände.

Der gebürtige Gottsbürener Jürgen Lipps wies auf die Zerstörung von bis zu 4000 Jahre alten Bodendenkmälern im Reinhardswald durch den Bau von Windenergieanlagen hin und kritisierte, dass die Planung auf ungenau berechneten Windkarten beruhe, statt auf tatsächlichen Messungen.

Mit den Auswirkungen der Anlagen auf den Menschen beschäftigte sich schließlich Dr. Thomas Carl Stiller, ein Allgemeinmediziner aus Barterode. Phänomene wie Infraschall und Körperschall seien nicht wahrnehmbar, jedoch reagierten zwischen zehn Prozent und einem Drittel der Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, sagte Stiller.

Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann sind die Referenten Detlef Ahlborn und Thomas Stiller bekannt. „Das sind keine seriösen Fachleute und in Fachkreisen nicht anerkannt“. Zwei Stadträte, die am Dienstag dabei waren, wären sich vorgekommen „wie auf einer Kaffeefahrt mit Heizdeckenverkauf“. Ahlborn blende die technische Entwicklung aus, die bald auch die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Quellen möglich mache. Bachmann erinnert daran, das angesichts des Klimawandels der Menschheit nichts anderes übrig bleibe, als auf Erneuerbare zu setzen. Zudem seien die fossilen Energieträger irgendwann ausgeschöpft. Stiller indes betreibe Panikmache mit dem Thema Infraschall. 

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