Seit Sonntagabend wieder da

Sielen: Einbeiniger Storch „Karl“ von Naturschützerin gesichtet

Deisel/Sielen. Eine überraschende Beobachtung ist der Langenthaler Nabu-Mitarbeiterin Yvonne Berger gelungen: Sie hat auf dem Sportplatz in Sielen Storchenmann „Karl“ gesehen. Das Tier war in den vergangenen Tagen nicht mehr gesehen worden. „Karl“ hatte Mitte April diesen Jahres in der Region traurige Berühmtheit erlangt, weil er ein Bein verloren hatte.

Nach diesem Unfall war der schwer verletzte Storch noch einige Zeit in der Nähe des Horstes gesehen worden. Damals hing das weitgehend abgetrennte untere Teil des Beines vermutlich noch lose an einer Sehne. Inzwischen hat „Karl“ dieses Anhängsel verloren.

Naturschützerin Yvonne Berger beobachtete jetzt, wie sich der Vogel auf dem Sportpatz ganz entspannt putzte und offensichtlich die Morgensonne genoss. Aufmerksame Beobachter können den Stumpf sehen, der gelegentlich ein Stückchen aus dem Federkleid ragt. Nach Bergers Beobachtung scheint die Wunde gut verheilt zu sein.

Anwohner hätten berichtet, dass der Storchenmann seit Sonntagabend wieder in der Nähe des Nestes unterwegs ist. Zwischenzeitlich seien etwa sechs fremde Störche dort gewesen. Karls Partnerin Rosi wurde in den vergangenen Tagen nicht mehr in der Umgebung des aufgegebenen Nestes beobachtet.

Im Deiseler Horst in der Streuobstwiese am Gänsewinkel wachsen derweil die drei Jungvögel munter heran. Inzwischen kann man fast immer auch den jüngsten Storch sehen. Seit 2016 brütet das Paar dort, das anhand ihrer Ringe identifiziert werden kann. In den beiden vorangegangenen Jahren sind jeweils zwei Jungtiere ausgeflogen. Deswegen freuen sich die Naturschützer, dass in diesem Jahr drei Jungvögel aus dem Deiseler Nest gucken.

In Sielen waren 2015 und 2016 jeweils drei Jungvögel ausgeflogen. Im vergangenen Jahr ist der Nachwuchs vermutlich wegen Spätfrösten gestorben.

Das einzige im Altkreis Kassel brütende Storchenpaar in Niestetal-Sandershausen hat zum ersten Mal vier Jungtiere im Nest. Die Störche brüten seit 2012 regelmäßig in Sandershausen nahe der Nieste-Mündung in die Fulda. Im Wolfhager Storchen-Horst im Naturschutzgebiet Glockenborn bei Wolfhagen haben Beobachter ebenfalls drei Jungvögel entdeckt. 

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