Stadt und Bürger wollen Überweg in Gottsbüren

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Nicht ganz ungefährlich: Weil das Überqueren der Hofgeismarer Straße in Gottsbüren besondere Vorsicht erfordert, bringen viele Eltern ihre Kinder selber an die Bushaltestelle.

Ab 7 Uhr herrscht Hochbetrieb auf der Gottsbürener Hauptstraße. Pendler fahren  von der Weser in Richtung Hofgeismar und Trendelburg. Für ebenso viele liegt in der Gegenrichtung das Ziel.

Immer wieder mischen sich Lastwagen darunter. Für die Kinder heißt das gut aufpassen im Verkehr.

Eltern kennen die Gefahrenlage. Deshalb werden gerade auch die kleineren Kinder von ihnen zur Bushaltestelle im Ort gebracht. Mittags und am frühen Nachmittag, wenn die Kinder wieder aus dem Bus steigen, stehen Mütter oder Väter wieder bereit und nehmen den Nachwuchs in Empfang.

Es ist die besondere räumliche Lage der Bushaltestelle an der Hofgeismarer Straße, die die Eltern so besorgt macht. Denn die kurvige Landesstraße 763 ist an dieser Stelle kaum mehr als 80 Meter einsehbar. Und wenn dann Fahrzeuge die abschüssige Passage des Rustebergs hinabfahren, dann ist der Bremsweg entsprechend lang – erst recht für voll beladene Lastwagen.

Deshalb dringen Eltern gemeinsam mit dem Ortsbeirat und Bürgermeister Martin Lange darauf, dass hier endlich verkehrstechnische Sicherheitsvorkehrungen geschaffen werden. Eine Ampelanlage, ein Zebrastreifen oder eine kleine Verkehrsinsel als Querungshilfe. „Wir wollen nicht warten, bis hier noch was passiert und Kinder zu Schaden kommen“, sagt ein Vater. Und alle anderen Eltern, die mit ihren Kindern auf den Bus warten, stimmen ihm zu. Auch für Ortsvorsteherin Mira Hennecke „ist es nicht nachvollziehbar, dass die Ämter nicht handeln und hier noch immer nichts für die Sicherheit unserer Kinder geschehen ist“.

Auch Bürgermeister Martin Lange, der die Strecke täglich selber fährt, kennt die gefahrenträchtige Lage. Deshalb habe er sich schon bei einer Verkehrsschau mit Polizei, Hessen Mobil und Landkreis Kassel im Oktober für Abhilfe eingesetzt. Doch eine anschließende Verkehrszählung habe ergeben, dass über den gesamten Tag betrachtet, der Verkehr zu gering sei, um Sicherungsmaßnahmen zu veranlassen.

Damit wollen sich die Gottsbürener jedoch nicht abfinden und fordern weiterhin „einen sicheren Weg für unsere Kinder“. Mittlerweile scheint es, als fänden sie Gehör bei der Verkehrsbehörde des Landkreises, die Maßnahmen anordnen kann. Auf HNA-Anfrage sagte Kreissprecher Harald Kühlborn, dass die Behörde nächste Woche eine Entscheidung bekannt geben werde.

Ob Ampel, Zebrastreifen oder Verkehrsinsel – umzusetzen hätte dies Hessen Mobil. Allerdings hätten Tempomessungen ergeben, dass man in Gottsbüren bislang nicht von „Raserei“ sprechen könne, die hier stattfindet, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil.

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