Denkmalschutz: Streit um Hotelausbau auf der Trendelburg

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Trendelburg mit Hoteldirektor Michael Schumacher.

Trendelburg. Die Trendelburg soll als Hotel weiter ausgebaut werden, doch der Denkmalschutz steht den Plänen im Weg.

Die Trendelburg ist eines der herausragenden Baudenkmale Nordhessens. Als Hotelbetrieb hat die „Rapunzel-Burg“ seit einigen Jahren zudem eine wichtige touristische und damit wirtschaftliche Funktion im Landkreis Kassel. Nun will der Eigentümer eine Million Euro investieren und das Burghotel erweitern. Doch damit stößt er auf Widerstand beim Denkmalschutz.

Es sei der nordwestliche Wehrturm, den der Eigentümer der Burg, Dr. Rolf Lohbeck, sanieren und darin bis zu sieben Hotelzimmer einrichten wolle, sagt Hoteldirektor Michael Schumacher. In dem gegenüberliegenden Turm auf der nordöstlichen Seite, dem Hochzeitsturm, sind bereits Hotelzimmer integriert worden. Möglich war dies, weil dieser Turm seit dem 15. Jahrhundert einen Fachwerkaufsatz trägt. Nach Vorstellung von Lohbeck soll auch der brachliegende Wehrturm einen solchen Aufsatz bekommen, sagt Schumacher. „Damit würden wir die Kapazität des Hotels erweitern können und den wirtschaftlichen Betrieb nachhaltig sichern.“

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Die Geschichte der Trendelburg

Das Landesamt für Denkmalpflege in Marburg und der Kreis als Untere Denkmalschutzbehörde sind damit jedoch nicht einverstanden. Denn laut Gutachten eines Burgenexperten habe der Nordwestturm nie einen solchen Aufsatz getragen, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Historisierende Nachbauten seien in der Denkmalpflege nicht gern gesehen. Der Landkreis sei aber an einem Kompromiss interessiert, denn man sei sich der Bedeutung der mittelalterlichen Burg bewusst. Deren Gepräge dürfe aber nicht durcheinander gebracht werden, so Kühlborn.

Unterdessen hat sich die Stadt Trendelburg auf die Seite des Burg-Besitzers geschlagen. In ihrer Sitzung am Donnerstagabend forderten die Stadtverordneten „alle beteiligten Stellen auf, die Ausbaupläne für das Burghotel mitzutragen“.

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