Kein Einzelfall

Tödlicher Unfall: Retter mussten drei Stunden auf Bestatter warten

Trendelburg. Drei Stunden mussten Rettungskräfte und Polizei kürzlich auf die Überführung eines am Unfallort gestorbenen Motorradfahrers warten. Offenbar kein Einzelfall.

Für Zeugen, Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizeibeamte ist es eine extrem belastende Situation. Wenn Unfallopfer und plötzlich ums Leben gekommene Menschen überführt werden müssen, kann es zu unerträglich langen Wartezeiten kommen.

Etwa 150 mal im Jahr veranlasst das Polizeipräsidium Nordhessen Überführungen von Toten in die Pathologie nach Kassel. Die Arbeit wird von Bestattern übernommen. Wenn nach einem Unfalltod oder plötzlichem Todesfall die Polizei nicht umgehend ein Bestattungsunternehmen erreicht, kann es vorkommen, dass ein Leichnam über Stunden an der Unfallstelle belassen werden muss.

Das war vor zwei Wochen auch auf der B83 bei Trendelburg der Fall, als eine Autofahrerin einem Motorradfahrer die Vorfahrt genommen hatte und der Mann nach dem Zusammenprall trotz Reanimierungsversuchen starb. Erst nach drei Stunden wurde das Unfallopfer von einem Bestattungsunternehmen aus Baunatal geborgen.

Auf die vom Unfallort weit entfernte Firma musste die Polizei zurückgreifen, weil weder im Raum Hofgeismar noch in Kassel ein Unternehmen zur Verfügung stand. „Das war auch für uns Feuerwehrleute ein Moment großer psychischer Belastung“, sagt die Trendelburger Stadtbrandinspektorrin Christina Gräbe, die den Einsatz leitete. Nach solchen Einsätzen müssten Kameraden manchmal seelsorgerlich betreut werden.

Das war auch vergangenes Jahr der Fall, als ein Kanufahrer in der Diemel bei Deisel gekentert war und einen Herzinfarkt erlitten hatte. Auch damals vergingen drei Stunden, bis der Tote „eingesargt“ werden konnte, weil nur ein Bestatter von außerhalb zur Verfügung stand. „Das ist bedauerlich, aber wir dürfen nur Bestatter anfordern, die bei uns gelistet sind und sich an einer Ausschreibung beteiligt haben“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.