Straffreies Leben

Trendelburger Hindernisläufer trainieren mit straffällig gewordenen Jungen

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Sie nehmen die Herausforderung an: Die Jungs aus dem Trainingscamp von Durchboxen im Leben trainieren regelmäßig gemeinsam mit den Trendelburger Trailwoodrunners auf deren Hindernisparcours.

Die Trailwoodrunners des SV Trendelburg kümmern sich um Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind. Sie sollen auch im echten Leben lernen, Hindernisse zu überwinden.

Wenn sie schwere bis schwerste Parcours überwinden, dann sorgen Trendelburger Hindernisläufer immer wieder sportlich für Schlagzeilen. Seit einigen Monaten engagieren sich die Trailwoodrunners des SV auch in sozialer Hinsicht und kümmern sich um straffällig gewordene Jugendliche.

Die jungen Männer im Alter von 13 bis 19 Jahren kommen aus Diemelstadt-Rhoden. Dort sind sie im Trainingscamp des Vereins „Durchboxen im Leben e.V.“ untergebracht. Der von dem ehemaligen Boxer und Streetworker Lothar Kannenberg gegründete Verein betreut seit 15 Jahren Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind. Sie werden von Jugendämtern und Jugendgerichtshilfen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Diemelstadt-Rhoden geschickt.

In dem Trainingscamp werden die Jugendlichen von insgesamt 16 Betreuern gecoacht. Einer von ihnen ist Horst Mathusek. Der Hofgeismarer war es, der den Kontakt zu den Trendelburger Trailwoodrunners hergestellt habe, sagt Mark Bornhage, Mitbegründer der Trailwoodrunners.

"Erfolgsgefühle vermitteln"

Was die Trailwoodrunners in ihrem Sport tun, Hindernisse zu überwinden und gegen Widerstände anzukämpfen, das sollen die delinquenten Jugendlichen im Leben lernen. „Da können wir ihnen mit unserem Trainingsprogramm helfen und Erfolgsgefühle vermitteln“, sagt Bornhage. Wie sehr die Jungen sich freuen und auch stolz auf sich sein können, wenn sie selber etwas Positives geleistet hätten, das sei im November zu beobachten gewesen. Da nahmen einige der Jungen beim Trendelburger Suzuki Lake Run teil und konnten sich nach dem Lauf eine Medaille umhängen lassen.

„So etwas dient dem Selbstwertgefühl und schafft Selbstvertrauen“, weiß auch Michael Bald, Vorsitzender von Durchboxen im Leben. Für viele seien das Erfahrungen, die sie im Leben bisher selten oder noch gar nicht gemacht haben. 

Dem Alltag Struktur geben

Das Trainingscamp von Durchboxen im Leben in Diemelstadt-Rhoden ist eine anerkannte Einrichtung der Jugendhilfe. Das Camp hat 20 Plätze, die Jungen bleiben hier in der Regel sechs Monate.Ein klarer Tagesplan mit festen Aufgaben gibt den 13- bis 19-Jährigen Struktur. An der Zubereitung der Mahlzeiten müssen sie sich beteiligen. Dreimal täglich wird Sport getrieben. Auf soziales Verhalten und Respekt für andere wird großer Wert gelegt. Fernsehen ist nur in Gemeinschaft möglich. Handys sind nicht zugelassen. 

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