Nach der Corona-Pause

Wieder Betrieb mit Kanus auf der Diemel

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Betrieb auf der Diemel: Jörg Valtingojer, Chef des Hofguts Stammen (links), freut sich, dass Kanufahren erlaubt ist. Nur G äste aus maximal zwei Haushalten dürfen in ein Boot. Hier bereiten Besucher aus Kassel den Start zur Diemeltour vor.

An Pfingsten brummte es: Nachdem die Kanuvermieter im Altkreis Hofgeismar mehrere Wochen später als gewöhnlich in die Saison starten durften, freuen sie sich nun, ihre Paddel-Kunden wieder auf Diemel und Weser schicken zu dürfen.

Nachdem im April das Telefon tagelang bei Kanu-Schumacher in Trendelburg und im Hofgut Stammen nicht stillstand, weil ohne Unterbrechung Buchungsstornierungen reinkamen, läuft es seit Mitte Mai andersrum: „Das Telefon steht nicht mehr still. Vor allem Familien melden sich für Kanutouren wieder an“, sagt Sebastian Rust. Seit sechs Jahren betreibt er den Verleih Kanu-Schumacher in Trendelburg mit seiner Partnerin. Wie es scheint, habe sich der Tourismus der Deutschen durch die Krise verändert, ergänzt der 38-Jährige: Viele hätten sich schon für die Sommerzeit angemeldet. Sie machten dieses Jahr wohl lieber Urlaub in Deutschland.

Auch wenn die Kanuverleiher nun wieder ein Lächeln auf dem Gesicht haben, so ist längst nicht alles beim Alten: „Wir sind wirklich froh, dass wir wieder arbeiten dürfen“, sagt der Trendelburger. Allerdings gebe es derzeit auch einiges, das höhere Kosten verursache, berichtet der Unternehmer. Damit meint er unter anderem den Transport seiner Kunden. Hatte er früher seine Kleinbusse oft voll besetzt zum Startort der Paddeltour gefahren, so sind nun maximal zwei Haushalte erlaubt. Dadurch müssten sie nun wesentlich mehr hin- und herfahren als bisher, berichtet Rust. Auch das Desinfektionsmittel gehe ins Geld. Außerdem seien sämtliche Gruppenbuchungen für die Saison weggebrochen. „Da Familien und Paare vor allem am Wochenende zu uns kommen, sind Schulklassen für die Zeit in der Woche für uns wichtig“, ergänzt Rust.

Ob es eine Saison mit roten oder doch schwarzen Zahlen werde, kann Rust derzeit noch nicht abschätzen. Immerhin seien seit Kurzem seine Mitarbeiter wieder in Vollzeit dabei – eine gute Sache für ihn.

Ähnlich läuft es auch im Hofgut Stammen, wo Jörg Valtingojer ebenso „alle Hände voll zu tun hat“. Die derzeitigen Einschränkungen beim Transport der Kanu- Gäste findet er nicht allzu gravierend, da er zudem einen Radverleih anbietet: „Viele kombinieren eine Radtour mit einer Kanutour, was uns sehr entgegenkommt“, bemerkt Valtingojer. Auf dem Hofgut gibt es auch Gastronomie: Valtingojer hat einen neuen Biergarten eingerichtet, mit ganz viel Abstand zwischen den Tischen.

Eine Prognose für die kommenden Monate will auch Valtingojer nicht geben: „Es ist gut, dass es nun weitergeht. Deshalb möchte ich auch nicht jammern.“ Wie auch in Trendelburg, so dürfen beim ihm nur Menschen aus maximal zwei Haushalten in ein Boot.

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