Felslawine am Burgberg 

Gefahr für Autofahrer: Rissiger Fels am Burgberg in Trendelburg wird abgetragen

Der Fels unterhalb des Burgbergs in Trendelburg (Kreis Kassel) hat Risse. Damit die Felsbrocken nicht unkontrolliert auf die Fahrbahn stürzen und Autofahrer gefährden, werden sie entfernt. 

  • Der Fels unter dem Burgberg in Trendelburg (Kreis Kassel) hat Risse.
  • Fallen diese auf die Straße, könnten Autofahrer gefährdet sein.
  • Deswegen werden sie jetzt entfernt.

Mit einem Knopfdruck wird der Kompressor eingeschaltet. Zunächst ist nur dessen Brummen zu hören, einige Felsbrocken rollen in die Tiefe – wie die Warnzeichen einer Lawine. Dann geht alles ganz schnell: Der Fels löst sich innerhalb von Sekunden und stürzt mit einem lauten Krachen etwa 15 Meter in die Tiefe.

Risse in der Felswand unterhalb des Trendelburger Burgbergs (Kreis Kassel) haben die Gesteinsschicht dort so unsicher gemacht, dass Teile nun abgetragen werden mussten. Dazu war keine Sprengung notwendig, die betroffenen Felsvorsprünge wurden mit Hilfe eines Luftkissens zu Fall gebracht. Dieses wird in die Klüfte gesetzt und aufgepumpt. Bis zu acht Tonnen Fels können so auf einmal herausgedrückt werden, erklärt ein Mitarbeiter der beauftragten Spezialfirma.

Trendelburg: Fahrbahn bis 7. März halbseitig gesperrt

Um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, hat Hessenmobil die Fahrbahn der B83 unterhalb des Burgbergs in Trendelburg halbseitig gesperrt und mit einer Geröllfangwand gesichert. Voraussichtlich bis zum Samstag, 7. März, werden die Arbeiten noch andauern. Etwa 48.000 Euro kostet die Sicherung der Fahrbahn, die vom Bund finanziert wird.

Insgesamt 120 bis 140 Tonnen Sandstein sollen herausgedrückt werden. Das sei notwendig, da sonst die Gefahr bestehe, dass der Fels unkontrolliert auf die Fahrbahn stürze, erklärt Dominik Hagner, Leiter der Straßenmeisterei Oberweser.

Nach dem ersten kontrollierten Felssturz begutachtet ein Mitarbeiter der Spezialfirma für Felssicherungen den Abhang unterhalb der Burg Trendelburg.

Insgesamt fünf Felspartien sind betroffen und werden abgetragen. Am Hang verrät nur ein dünner weißer Schlauch, dass dort etwas Ungewöhnliches geschieht.

Das Verfahren, bei dem mit Hilfe von Luftdruck Gestein herausgedrückt wird, wurde in dieser Gegend noch nicht angewendet, sagt Hagner. Der Fels in Bad Karlshafen sei lediglich abgetragen worden.

Die etwa handbreit großen Spalten befinden sich teils hinter den Felsblöcken und sind nicht frontal sichtbar. Ein Höhenarbeiter muss mit Seilen gesichert an der Felswand entlang klettern, um das Kissen zu platziert. Bevor die Felsabdrückung beginnt, wird die Ampelanlage auf Rot gestellt, Autos dürfen währenddessen nicht mehr am Hang entlang fahren.

Burgberg in Trendelburg: Spalten entstehen durch Wettereinflüsse

Zum Teil war das Abtragen schwierig, erklärt Mathias Beyer von der Firma Fels- und Forstservice Kühr. Durch Wurzeln, die den Fels umwuchsen, ließ sich dieser an einigen Stellen nicht leicht entfernen.

Ob die bisherigen Arbeiten am Burgberg in Trendelburg (Kreis Kassel) ausreichen werden oder noch zusätzliche Maßnahmen getroffen werden müssen, war noch nicht eindeutig: „Wir werden den Geologen noch einmal zurate ziehen“, sagt Hagner. Dieser könne die Situation besser einschätzen. 

Bemerkt wurden die Risse bei einer Routinebegehung Ende des vergangenen Jahres. „Im Endeffekt entstehen die Spalten durch Wettereinflüsse“, erklärt Projektleiter Till Berg von Hessenmobil. Der Sandstein verwittere zum Beispiel durch den Bewuchs oder durch Wasser, das im Winter gefriert, sich ausdehnt und so den Sandstein beschädigt.

Ob in Zukunft weitere Risse am Burgberg in Trendelburg auftreten werden, könne man derzeit noch nicht abschätzen.

Von Sarah Neumeyer

Ebenfalls für Aufsehen sorgten dieHannoverschen Klippen in Bad Karlshafen. Eine Ziege hatte sich dort hoch verirrt und musste gerettet werden.

Rubriklistenbild: © Sarah Neumeyer

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