Genehmigung für Anlagen zulässig 

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald scheitert mit Windpark-Klage vor Gericht

Um diese drei potenziellen Windkraftanlagen ging es.

Die Genehmigung für drei Windräder im Naturpark Reinhardswald bei Trendelburg-Langenthal ist zurecht erteilt worden, entschied das Verwaltungsgericht in Kassel am Montag.

Eine Klage der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gegen das Land Hessen wurde damit abgewiesen.

Der Windpark soll knapp vor der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen entstehen. Das dichteste Windrad ist 90 Meter vom Nachbarland entfernt geplant. Die SDW mit ihrem Landesvorsitzenden Bernhard Klug, Ex-Bürgermeister von Trendelburg, hatte unter anderem argumentiert, dass Tiere wie der Rotmilan und Fledermäuse durch den Bau der Windräder gefährdet oder verdrängt werden könnten. Dies habe das Regierungspräsidium Kassel als Landesbehörde nicht ausreichend im Genehmigungsverfahren geprüft.

Vorwürfe von RP und Windpark Bad Karlshafen GmbH zurückgewiesen

Das gelte auch für den Denkmalschutz. Die nahe Burg Herstelle und auch das 16 Kilometer entfernt liegende Kloster Corvey, beide auf westfälischer Seite, würden durch den Bau der Anlagen in ihrer Optik beeinträchtigt, brachte die SDW vor. Eine so genannte Umweltverträglichkeitsprüfung habe das RP Kassel nicht vorgenommen, diese sei aber nötig gewesen, argumentierte der Rechtsanwalt der Schutzgemeinschaft. Die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald, die sich gegen den Bau von Windrädern in der Region engagiert, hatte vor Gericht unter anderem von erhöhtem Todesrisiko für Rotmilane gesprochen.

Vertreter des Regierungspräsidiums und der Windpark Bad Karlshafen GmbH hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Man habe ausreichend geprüft, bei den Rotmilanen etwa hätten sich bei Untersuchungen andere Ergebnisse gezeigt als die von der Bürgerinitiative vorgebrachten. Man habe keine erheblichen Umwelteinwirkungen gesehen.

Bernhard Klug, SDW-Landesvorsitzender

Das Gericht folgte der Begründung des RP und wies die Klage in allen Punkten ab. Die SDW überlege nun, die Zulassung der Berufung gegen das Urteil zu beantragen, erklärte Bernhard Klug. Man wolle weiter gegen Windräder in der Reinhardswald-Region angehen. 

Planungen für 212 Meter hoche Windräder

Ursprünglich waren für den Windpark Wotan in der Nähe von Langenthal an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen fünf Anlagen vorgesehen. Genehmigt wurden durch das Regierungspräsidium Kassel drei, um die es jetzt im Gerichtsverfahren ging. Die technischen Daten für die Windräder: jeweils 3,45 Megawatt, Nabenhöhe 149 Meter, Rotordurchmesser 126 Metern. Als Gesamthöhe wurde gestern vor dem Verwaltungsericht 212 Meter genannt.

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