Von Trendelburg in die Rockies: Tim Heber hat ein Stipendium

Vom Fernweh geplagt: Tim Heber erklärt in der HNA-Redaktion, wo genau Marbleton liegt und zeigt ein Bild seiner zukünftigen Schule. Foto: Pflug

Tim Heber ist einer der 350 Stipendiaten des Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP), die ein Jahr in den USA verbringen. Ziel des Schülers ist Marbleton in Wyoming.

In mitten der Rocky Mountains auf 2000 Höhenmetern liegen die beiden amerikanischen Städte Big Piney und Marbleton. In einem der beiden Städtchen wird der 17-Jährige wohnen, im anderen zur Schule gehen.

Marbleton und Big Piney liegen nur eine Meile auseinander und haben zusammen knapp 2000 Einwohner. Mehr als Hebers Heimatdorf Stammen. Das allerdings liegt nahe an größeren Städten wie Hofgeismar und Kassel. Ganz anders in Marbleton, „da kommt erst einmal nichts wenn man die Stadtgrenzen verlässt“, erklärt Heber. Die nächste, größere Stadt, Salt Lake City, ist mit dem Auto über drei Stunden entfernt. Die Einsamkeit schreckt Heber aber nicht ab: „Ich finde das spannend.“ Er mag die Natur und die für ihn unvergleichlichen Bergzüge der Rockies.

Bereits jetzt sei ein Camping-Urlaub im Yellowstone- Nationalpark mit seiner Gastfamilie geplant. Die besteht aus einem amerikanischen Paar Anfang 30 und ihren drei- und vierjährigen Töchtern. „Wir haben schon ein paar Mal per Internet telefoniert“, sagt Heber. Man sei sich sympathisch. Die Familie habe auch arrangiert, dass er sich beim Fire Department engagieren darf. Das war Hebers Wunsch, da er auch in Trendelburg bei der Feuerwehr aktiv ist.

Nur 188 Schüler gehen auf die Big Piney High School. „Dafür bin ich dankbar, da kann ich mehr machen“, sagt er. Zum Beispiel Football, den amerikanischen Nationalsport, in der Schulmannschaft spielen. In dieses Team zu kommen, sein in größeren Schulen schwierig.

Würde er in Deutschland bleiben, würde Heber die 12. Klasse der Albert-Schweitzer-Schule in Hofgeismar besuchen. Für den Auslandsaufenthalt setzt er ein Jahr aus. „Ich mache G8, da finde ich das kein so großes Problem“, sagt er. Er habe schon immer ein Jahr im englischsprachigen Ausland verbringen wollen. Nach einiger Recherche stieß er auf das PPP. „Viel Hoffnung habe ich mir nicht gemacht, aber ich dachte, ich muss es probieren“, erklärt er. Denn normalerweise belaufen sich alleine die Programmgebühren auf ungefähr 10 000 Euro.

Im Juni folgte ein einwöchiges Vorbereitungssseminar und jetzt fangen langsam die Uhren an zu ticken. Am 13. August hebt der Flieger in Deutschland ab. Er freue sich darauf, neue Menschen und eine neue Kultur kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln. „Nervös bin ich gar nicht“, sagt er und schmunzelt, „ich habe keine Angst vor dem Heimweh, mich plagt das Fernweh“.

Mehr zum Programm und dem Bewerbungsverfahren lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA.

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