Trendelburg will früher aus dem Schutzschirm

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Luftbild Trendelburg.

Trendelburg. Die Stadt Trendelburg wird voraussichtlich bereits im Jahr 2019 aus dem Finanz-Schutzschirm des Landes Hessen entlassen werden.

Man hoffe im kommenden Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, sagte Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann.

Gelingt es, die schwarze Null zwei Jahre zu halten, wäre Trendelburg die erste Schutzschirm-Kommune im Kreisteil Hofgeismar, die wieder komplett auf eigenen Beinen steht. Die zweite Schutzschirmgemeinde ist Bad Karlshafen, doch dort ist ein Haushaltsausgleich noch weit entfernt.

Und die Chancen für Trendelburg stehen laut Bachmann gut: Innerhalb von fünf Jahren hat die Stadt das Finanzloch von zwei Millionen auf 130 000 Euro gedrückt.

So wuchsen die Einkommensteuereinnahmen in dieser Zeit von 1,55 auf 1,83 Millionen Euro. „Wir haben es gegen den Trend geschafft, die Einwohner zu halten“, erklärt der Bürgermeister. Dadurch konnte die Kommune von der allgemein guten Wirtschaftslage profitieren.

Eindeutig geholfen hat Trendelburg der Finanzschutzschirm: Die 9,1 Millionen Euro Entschuldungshilfe investierte die Stadt, um langfristige Kreditverträge mit hohen Zinsen zu lösen. Aus diesen musste sich Trendelburg mit 1,85 Millionen Euro freikaufen, doch es lohnte sich: Statt 385 000 Euro im Jahr zahlte Trendelburg keine Zinsen mehr dafür. Trotz der Entwicklung wird die Stadt künftig an der Steuerschraube drehen: Weil 24 Jahre lang die Grund- und Gewerbesteuern nicht erhöht wurden, sei eine „enorme Last entstanden“, sagt Bachmann.

Lob für den Erfolg gibt es vom Regierungspräsidium: „Das ist sehr erfreulich“, sagt Sprecher Michael Conrad. Das gewählte Vorgehen, sich aus langfristigen Kreditverträgen freizukaufen, sei ein Sonderweg Trendelburgs. „Das haben sich andere nicht getraut.“

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