Kanalsanierung 

Trendelburger  FWG sieht Millionen-Risiko

Enormer Investitionsaufwand: Zahlreiche Abwasserkanäle in Trendelburg müssen saniert werden. Im Stadtteil Gottsbüren wurden in den vergangenen Jahren bereits Abschnitte erneuert. Archivfoto:  ziv

Trendelburg. Die Freien Wähler in Trendelburg sehen enorme Finanzierungsrisiken auf die Stadt zukommen. Anlass zur Besorgnis haben FWG-Fraktion und -Stadtverband mit Blick auf die gesetzlich zwingend vorgeschriebene Kanalsanierung im Stadtgebiet.

Das von Bürgermeister Kai Georg Bachmann in der jüngsten Stadtverordnetensitzung vorgelegte Sanierungskonzept (wir berichteten) hält die FWG für unzureichend und allenfalls in Teilen für realisierbar.

Nach Auffassung von FWG-Fraktionsvorsitzendem Gerhard Niemeyer ist die Umsetzung der Eigenkontrollverordnung (EKVO), zu der sich die Stadt im Jahr 2008 verpflichten musste und dafür 7,6 Millionen als Darlehen vom Land Hessen erhielt, „in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt worden“. Anstatt – wie mit dem Land vertraglich vereinbart – bis Juni 2018 mit den Arbeiten fertig zu werden und das Geld zu verbauen, habe der Bürgermeister das Augenmerk zu sehr auf den Haushaltsausgleich gelegt. Nun aber stehe die Stadt vor dem Problem, wie sie dem Land gegenüber klar machen wolle, dass zu wenig passiert ist. Denn von den 7,6 Millionen Euro seien lediglich 2,2 Millionen verbaut. Theoretisch müssten noch 5,4 Millionen in die Kanal-Reparatur fließen. Da aber von der Darlehenssumme 1,8 Millionen in die Begrenzung des Kassenkredits und 2,1 Millionen in nicht förderfähige Sanierungen geflossen seien, „sind jetzt nur noch knapp 1,5 Millionen auf dem EKVO-Konto verfügbar“. Nach Meinung der FWG viel zu wenig, um 112 Kilometer Kanal zu kontrollieren und schadhafte Abschnitte instand zu setzen. „Mir fehlt der Glaube, dass die Rechnung mit Darlehenstilgung und Zinszahlungen aufgeht“, sagt stellvertretender Fraktionschef Klaus-Rüdiger Herrmann.

Ob die Umschuldung der relativ teuren Restschuld zu billigeren Konditionen gelingt, wie vom Bürgermeister angedacht, da hat FWG-Stadtverbandvorsitzender Tobias Seydler große Zweifel. Er sieht ein riesiges Aufgabenfeld, das der neue Bürgermeister Martin Lange bearbeiten müsse. Und für die Stadt werde die finanzielle Belastung wieder wachsen, steht für die FWG fest. (geh)

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