FWG wollte Schutzgemeinschaft Deutscher Wald vorschlagen

Trendelburger Parlament lehnt Antrag ab: Kein Preis für Waldschützer

Mit der Aktion „Wir wollen Wald“ stemmt sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gegen das Waldsterben. Vor einem Jahr rief der Kreisverband zu einer großen Pflanzaktion im Forstrevier Alt-Beberbeck auf.
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Mit der Aktion „Wir wollen Wald“ stemmt sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gegen das Waldsterben. Vor einem Jahr rief der Kreisverband zu einer großen Pflanzaktion im Forstrevier Alt-Beberbeck auf.

Ob Reinhardswald oder Bramwald – der Wald ist überall in Not. Eine Organisation, die sich gegen diese Entwicklung stemmt, ist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

Trendelburg - Nach Ansicht der Freien Wahlgemeinschaft (FWG) in Trendelburg hätte der SDW-Kreisverband Kassel Land und Stadt den Naturschutzpreis des Landkreises verdient. Doch die Mehrheit der Stadtverordneten wollte in der jüngsten Sitzung einem entsprechenden Antrag der Freien Wähler nicht folgen. Die hatten den Magistrat beauftragen wollen, dem Naturschutzbeirat des Kreises den SDW für den Naturschutzpreis 2020 vorzuschlagen.

In der Antragsbegründung hatte Bettina Bönning für die FWG auf zahlreiche Aktivitäten des SDW-Kreisverbandes hingewiesen. So erfülle der Verband alle Vorgaben des Naturschutzpreises. Ob im praktischen Naturschutz, in der Landschaftspflege oder in der Umweltpädagogik – in allen Bereichen seien die Waldschützer aktiv, sagte Bönning. Das bis in die 1980er Jahr zurückreichende Engagement der Waldschützer habe es verdient, mit dem Naturschutzpreis ausgezeichnet zu werden.

SPD: Stavo nicht richtige Stelle

„Die SDW macht gute Arbeit“, meinte SPD-Fraktionsvorsitzende Diana Hartgen. „Doch die Stadtverordnetenversammlung ist nicht die richtige Stelle, darüber zu befinden.“ Daher lehne ihre Fraktion den Antrag ab. Carsten Blum (FWG) hielt dem entgegen, dass die Richtlinien es wohl hergäben, dass eine Kommune Vorschläge zur Preisverleihung mache. „Ihr wollt euch da nur rauslavieren“, sagte Blum.

Der Hintergrund sei, dass SPD und CDU es nicht gutheißen könnten, dass die SDW mit dem ehemaligen Trendelburger Bürgermeister Bernhard Klug an der Spitze „gegen die Zerstörung des Reinhardswaldes durch Windkraftanlagen kämpft“, sagte FWG-Vorsitzender Gerhard Niemeyer gegenüber unserer Zeitung. Auf Betreiben von SPD und CDU war die Stadt Trendelburg vor Jahren der Energiegenossenschaft Reinhardswald beigetreten, um finanziell von der Windkraft zu profitieren.

Magistrat hat keinen Beschluss gefasst

Auch die Bekundung von Bürgermeister Martin Lange konnte die Mehrheit von SPD und CDU nicht umstimmen. Lange meinte, es sei „ein Zeichen persönlicher Stärke, wenn man Leistungen anderer anerkennt.“ Persönlich würde er dem Antrag zustimmen, der Magistrat habe jedoch keinen Beschluss gefasst. Mit neun gegen elf Stimmen wurde der FWG-Antrag bei fünf Enthaltungen schließlich abgelehnt.

Bernhard Klug, der die Diskussion in der Kulturhalle verfolgt hatte, nahm es gelassen. „Das habe ich erwartet“, sagte er. „Aber wir setzen unsere Arbeit auch ohne Prämierung fort und kämpfen weiter für den Erhalt des Reinhardswaldes.“

Vor einem Jahr hatten SDW und Waldjugend gemeinsam mit Schulklassen und zahlreichen Waldfreunden 3000 Eichen-Setzlinge im Forstrevier Alt-Beberbeck in die Erde gebracht. In Hann. Münden sollen bald 20 000 Bäume gepflanzt werden. (Gerd Henke)

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