Percussion-Konzert mit fünf Musikern

Waldkonzert in Gottsbüren: Gewitter-Vorhersage war Grund für Wechsel in die Kirche

Perkussionisten: Die fünf Musikstudenten Silyan Chen, Vincent Bockler, Mario Heilmann, Irene Pattermann und Andi Grizhja (von links) beeindruckten mit besonderen Instrumenten und perfektem Spiel in der Gottsbürer Kirche. Foto: Tanja Temme

Gottsbüren. Das Rauschen der Blätter im Wind, der Gesang eines Vogels oder das Knacken eines Astes – sicherlich hätte die Natur miteingestimmt beim Percussion-Konzert am Sonntag im Reinhardswald. Doch der Wetterbericht sorgte für einen Wechsel in die Gottsbürener Kirche.

Dort brauchte das studentische Ensemble der Kasseler Musikakademie „Louis Spohr“ nicht lange, manch von der Verlegung enttäuschten Gast in Begeisterung zu versetzten. Mit einem ganzen Arsenal aus eher unbekannten Instrumenten gestalteten die Fünf ein außergewöhnliches Konzert. So wurde etwa auf schlichten Wood-Blocks mit versetzten Rhythmen gespielt, Bachs Präludium in C-Moll mit Marimba und Vibrafon umgesetzt oder mit drei Schlagzeugen den Start eines Helikopters imitiert. Dass Musikerin Irene Pattermann dem Vibrafon nicht mit Schlägeln, sondern einem Cellobogen ganz eigene Töne entlockte, wurde mit Staunen von den Besuchern aufgenommen. Viele kamen nach dem einstündigen Konzert deshalb auf sie zu, um sich über diese besondere Technik mit ihr austauschten.

Da eine Kirche nunmal kein Wald ist und diese alten Bauwerke gewöhnlich eine starke Akustik haben, mussten sich die Studenten bei ihrer Darbietung zurücknehmen. „Vieles hätten wir normal noch kraftvoller gespielt, doch durch den Hall haben wir uns anpassen müssen“. erklärte Pattermann. In der Natur hätten viele der Stücke anders geklungen, sagte sie und ist dennoch mit ihren vier Mitstreitern zufrieden über die gelungene Darbietung. Dass das Publikum es ähnlich sah, zeigte der tosende Applaus am Ende des Konzertes.

Nicht wenige hatten zuvor auf dem Parkplatz am Urwald, wo ein Schild den geänderten Veranstaltungsort verkündete, kehrtgemacht. „Eine Kirche ist kein Wald und deshalb gehe ich jetzt lieber Eisessen“, sagte da etwa ein Mann aus Witzenhausen.

Nicht umhin kam Kultursommer-Geschäftsführerin Maren Matthes ein paar klärende Worte an das Publikum zu richten: „Auch wenn jetzt Sonnenschein ist, so habe der Wetterbericht Gewitter mit einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit vorausgesagt“, so ihre Erklärung, deshalb hätten sie umplanen müssen.

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