Gericht hatte Genehmigung bestätigt

Waldschützer wollen Urteil zu Windrädern bei Trendelburg-Langenthal anfechten

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Zeitweise war es sehr still in Sachen Windkraft in der Region. Doch hinter den Kulissen wurde auf verschiedenen Ebenen weiter an dem Thema gearbeitet.

Nun hat die Pro-und-ContraDiskussion auch öffentlich wieder Fahrt aufgenommen. Die jüngste Entwicklung: Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald will weiter gerichtlich gegen drei geplante Windräder bei Trendelburg-Langenthal vorgehen. Hier ein Überblick über Akteure und Entwicklungen:

Die Windkraftplaner

In ganz Nordhessen, auch im Kreisteil Hofgeismar, drehen sich bereits zahlreiche Windräder, die von unterschiedlichen Planern und Investoren realisiert wurden. Weitere sind geplant, hier nur zwei Beispiele für Projekte: Die Windpark Reinhardswald GmbH, an der Kommunen, Stadtwerke, eine Bürgergenossenschaft und ein Privatunternehmer beteiligt sind, will 20 Windräder im Reinhardswald bauen. Die GmbH plant mit einem Baustart im kommenden Jahr und einer Eröffnung des Windparks 2022. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium Kassel.

Ein anderes Projekt betrifft den Bereich Trendelburg-Langenthal im Naturpark Reinhardswald. Dort hatte die Wpd onshore GmbH & Co. KG aus Bremen fünf Windkraftanlagen geplant. Drei davon mit einer Höhe von 212 Metern hat das RP Kassel genehmigt. Daneben wolle man gerne weitere Projekte in Nordhessen umsetzen, wie das Unternehmen gegenüber unserer Zeitung erklärte.

Die Windkraftgegner

Der Widerstand gegen die Windkraft in der Region, speziell im Reinhardswald, ist breit gefächert, von Einzelpersonen über die kommunale Ebene mit Bürgermeistern und Mandatsträgern bis hin zu Bürgerinitiativen. Beispiele dafür sind die BI Oberweser-Bramwald, das Aktionsbündnis Pro Märchenland, Rettet den Reinhardswald und die BI Pro Reinhardswald – und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). „Wir sind nicht per se Windkraftgegner, sondern Waldschützer“, betont Bernhard Klug, Landes- und Kreisvorsitzender. Mit ihren 5000 Mitgliedern in Hessen könne die SDW nicht flächendeckend gegen Windräder im Wald vorgehen. Daher habe man sich Schwerpunkte gesetzt: Taunus, Spessart – und die Region Reinhardswald.

Das Urteil

Gegen die Genehmigung des RP für die drei bei Langenthal geplanten Windkraftanlagen hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald geklagt. Ihre Argumente: Tiere wie der Rotmilan und Fledermäuse könnten durch den Bau der Windräder gefährdet oder verdrängt werden. Auch der Denkmalschutz – die Optik von Burg Herstelle und Kloster Corvey – würde beeinträchtigt. In der Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Kassel Mitte Februar argumentierten SDS und die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald, die fachliche Unterstützung liefert, mit ihrer Vorsitzenden Gabriele Niehaus-Uebel Seite an Seite. Am Ende wies das Gericht die Klage in allen Punkten ab.

Die Berufung

Das Urteil stieß bei der Schutzgemeinschaft, der BI Oberweser-Bramwald und weiteren Mitstreitern auf Unverständnis. Und dieses Unverständnis halte noch an, erklärt SDW-Landesvorsitzender Bernhard Klug, Ex-Bürgermeister von Trendelburg. Zwar hatte das VG Kassel eine Berufung nicht zugelassen. Doch diese Zulassung hat die SDW jetzt über ihren Anwalt Prof. Dr. Martin Gellermann beim Hessischen Verwaltungsgericht beantragt. Falls dem stattgegeben wird, kommt es zu einer erneuten Gerichtsverhandlung.

Die weiteren Klagen

Neben dem Verfahren um die Windräder bei Langenthal hat die Schutzgemeinschaft auch die Entwicklungen in den Gebieten Farrenplatz und Langenberg im Blick, auf denen die Windpark Reinhardswald GmbH Anlagen plant. Wenn der Genehmigungsantrag vorliege und die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden, „dann werden wir genauestens hinschauen“, sagt Bernhard Klug. Und natürlich behalte man sich auch dort den Klageweg vor.

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