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Waschbär-Virus: Staupe bei Hunden oft tödlich

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Befällt Waschbären: In Trendelburg sind vermutlich mehrere Waschbären am Staupe-Virus erkrankt. Ein Tier wird gerade am Veterinärmedizinischen Institut in Gießen untersucht. Symbolfoto: Archiv
Befällt Waschbären: In Trendelburg sind vermutlich mehrere Waschbären am Staupe-Virus erkrankt. Ein Tier wird gerade am Veterinärmedizinischen Institut in Gießen untersucht. Symbolfoto: Archiv

Trendelburg. 16 Waschbären mit Verdacht auf den Staupe-Virus sind seit Mitte August in Trendelburg gesehen worden. Infizierte Tiere haben einen wackeligen Gang und vereiterte Augen.

Ob die in Trendelburg gefundenen Tiere vom Staupe-Virus befallen sind, wird nun eine Untersuchung zeigen. Das Ergebnis vom Veterinärmedizinischen Institut des Landes wird in drei Wochen erwartet. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Staupe-Virus gesammelt.

Was ist die Staupe-Krankheit?

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Staupe ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit. Hervorgerufen wird sie durch einen Virus. „Der Staupe-Virus ist eng verwandt mit dem Masernvirus des Menschen“, sagt Ute Jäger, Sprecherin des Landkreises. Staupe gehöre nicht zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. „Die Symptome können denen der Tollwut ähneln“, sagt sie. Zu den Merkmalen gehören Verlust der Scheu, Schläfrigkeit, Bewegungsstörungen und Aggressivität.

Für wen ist die Krankheit gefährlich?

Der Staupe-Virus befällt neben Waschbären auch Füchse, Wölfe, Frettchen, Mader, Dachse, Wiesel und Seehunde. Auch auf Hunde ist die Krankheit übertragbar. Hauskatzen lassen sich zwar mit dem Virus infizieren, zeigen jedoch keine Symptome.

Hundebesitzer sollten überprüfen, ob ihre Vierbeiner gegen den Staupe-Virus geimpft sind, rät Bernhard Sulk. Er ist Jagdberechtigter für das Gebiet der Stadt Trendelburg. „Beim Hund verläuft eine Staupe-Erkrankung häufig sehr schwerwiegend, oft tödlich oder mit bleibenden Schäden für das Tier“, sagt Ute Jäger.

Wie wird der Virus übertragen?

Der Staupe-Virus wird durch Speichel, Nasen- und Augensekret sowie durch Kot und Urin von infizierten Tieren übertragen. „Tiere können sich direkt über diese Ausscheidungen durch gegenseitiges Belecken anstecken“, sagt Ute Jäger.

Eine weitere Möglichkeit ist die Übertragung durch Krankheitserreger im Futter oder Wasser. Bei Jungtieren besteht das Risiko der Ansteckung durch ihre Eltern. „Die können den Virus in sich tragen, sind aber selbst nicht erkrankt“, erklärt die Sprecherin des Landkreises. Über die Ausscheidungen der Alttiere infiziert sich dann der Nachwuchs.

Gibt es ein Mittel gegen den Staupe-Virus?

Einen wirksamen Schutz gegen den Staupe-Virus bietet nur eine vorbeugende Impfung. „Gerade wird europaweit eine Zunahme von Staupefällen beobachtet“, sagt Ute Jäger. Ein Grund dafür sei, dass Wildtiere sich immer häufiger in der Nähe von Wohngebieten aufhalten. Auch die Impfmüdigkeit einiger Hundehalter spiele bei der Ausbreitung von Staupe eine Rolle.

Wird es wegen des Virus in Zukunft weniger Waschbären in Trendelburg geben?

Weniger Waschbären wird es in Trendelburg in Zukunft nicht geben. „Meistens werden von der Krankheit Jungtiere befallen“, sagt Sulk. Die ausgewachsenen Tiere bekommen dann im kommenden Jahr mehr Jungtiere pro Wurf.

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