Widerstand gegen Windrad am Deiselberg

Trendelburg. Der Deiselberg ist die weithin sichtbare Höhe, die das Diemeltal bei Trendelburg optisch prägt. Doch jetzt wurde ein Antrag auf den Bau eines Windrades gestellt.

Doch bald schon könnte der Blick auf die landschaftlich bedeutsame Erhebung durch Windkraftanlagen (WEA) gestört werden. Ein Investor hat beim Regierungspräsidium (RP) einen Antrag auf den Bau eines Windrades gestellt.

Einzelne Bürger lehnen die Planung in diesem Bereich rundweg ab, die Stadt Trendelburg sieht sie kritisch. In seiner Stellungnahme bittet der Magistrat das RP jetzt, die Genehmigungsfähigkeit der Anlage erneut zu prüfen: „Da dieser damit verbundene herausgehobene, zusätzliche Eingriff in das Landschaftsbild nicht tolerierbar erscheint.“ Zudem merkt der Magistrat an, dass der beantragte WEA-Standort nur 600 Meter von dem 30 Einwohner zählenden Weiler Deiselberg entfernt liegt. Hier sollten die gleichen Abstandsregeln gelten wie für Ortslagen, nämlich 1000 Meter.

Als ein „planerisches Unding“ bezeichnet der Trendelburger Landwirt Karl Bornhage den Plan und legt deshalb Widerspruch dagegen ein. Würden hier, auf der Sonnenseite des Berges, Anlagen entstehen, so würde die gesamte 40-Kilometer-Rundumsicht irreparabel gestört, sagt Bornhage. Die Verantwortlichen würden sich damit „der Zerstörung einer einzigartigen Landschaft schuldig machen“.

Weiter geht der Trendelburger Jagdaufseher Bernhard Sulk. Er widerspricht der gesamten im Entwurf des Teilregionalplans Energie ausgewiesenen Windvorrangfläche KS012 aus Sicht des Naturschutzes. Denn auf den 378 Hektar hätten unter strengem Schutz stehende Fledermausarten sowie Rotmilan und Schwarzstorch ihren Lebensraum. Zudem würden Windräder am Deiselberg dem Flächensteckbrief des RP zuwider laufen, sagt Sulk. Dort heißt es: „Die Basaltkuppe wirkt weit in die Landschaft und ist als Landmarke für den Landkreis Kassel von Bedeutung.“

Rubriklistenbild: © Archiv

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