Umstrittenes Thema

Windkraft im Reinhardswald: EGR schwärzt Bürgermeister Lange an

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Gottsbüren, eingebettet im Reinhardswald. Dahinter erstreckt sich der ca. 400 Meter hohe Zug des Langenberges, ein geplanter Windenergie-Standort.

Der Vorstand der Energiegenossenschaft, den zwei Kollegen von Lange bilden, wirft dem Trendelburger Bürgermeister geschäftsschädigendes Verhalten vor. 

Die Windkraftpläne für den Reinhardswald bleiben ein hochumstrittenes Thema. Der Vorstand der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR), die zwei Windparks projektiert, hat jetzt den Bürgermeister von Trendelburg, Martin Lange, scharf angegriffen. Dieser verhalte sich gegenüber der Genossenschaft geschäftsschädigend, lautet der Vorwurf.

Bemerkenswert an der Attacke ist, dass sie von zwei Kollegen Langes ausgeht: von Danny Sutor und Karsten Schreiber, den Bürgermeistern von Grebenstein und Fuldatal. Die beiden bilden den Vorstand der Genossenschaft. Das Ungewöhnliche an dem Angriff gegen Lange ist, dass er nicht persönlich ihm gegenüber erfolgt, sondern in einem Schreiben an den Trendelburger Magistrat und Stadtverordnetenvorsteher Dieter Uffelmann. 

Negative Äußerungen 

In dem der HNA vorliegenden Brief beschweren sich Sutor und Schreiber, dass sich Lange „negativ zu unserem gemeinsamen Projekt der Entwicklung von Windkraftanlagen im Reinhardswald geäußert hat.“ Trendelburg ist neben Grebenstein, Fuldatal und Immenhausen kommunales Mitglied der EGR. Mit seiner kritischen Haltung habe Lange „entgegen unserem gemeinsamen Satzungszweck gehandelt und sich durchaus geschäftsschädigend verhalten“. 

Überdies handele er auch gegen Beschlüsse der Trendelburger Stadtverordnetenversammlung, meinen Sutor und Schreiber. Sie bitten Magistrat und Stadtverordnetenvorsteher, „im Sinne unseres bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr erfolgreichen Projekts entsprechend auf Herrn Bürgermeister Martin Lange einzuwirken“.

Verwunderung bei Lange 

Mit Verwunderung habe er den Brief zur Kenntnis genommen, sagt Martin Lange auf Anfrage unserer Zeitung. Der guten Ordnung halber wolle er aber zunächst mit Sutor und Schreiber darüber reden und nicht über Dritte die Kommunikation suchen. „Den Anspruch, den ich an Kollegen richte, richte ich auch an mich selbst“, plädiert Lange für Fairness. Wenn er sich öffentlich gegen die Windkraftpläne äußere, tue er das nicht als Bürgermeister Trendelburgs, sondern als Privatperson.

Stadtverordnetenvorsteher Dieter Uffelmann will mit Lange über den Brief sprechen, „ohne diesen überzubewerten“. Danny Sutor sagte auf Anfrage, er und Schreiber hätten nicht als Bürgermeisterkollegen an die Stadt Trendelburg geschrieben, sondern als Vorstand der EGR. Darüber habe er bereits mit Martin Lange gesprochen. 

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