Kosten sinken um rund 18 Prozent

Energiegenossenschaft Reinhardswald: Projekt Windpark wird günstiger

Trendelburg/Grebenstein. Der Vorstand der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) hat gute Nachrichten: Die Kosten für die geplanten Windkraftanlagen auf Langenberg und Farrenplatz im Reinhardswald sinken um rund 18 Prozent.

Davon gehen die beiden Vorstandsmitglieder, Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann und Grebensteins Verwaltungschef Danny Sutor, aus.

Sei man bei der bisherigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von rund 3,3 Millionen Euro ausgegangen, „so können wir inzwischen mit nur noch 2,7 Millionen Euro kalkulieren“, sagten Bachmann und Sutor im Gespräch mit unserer Zeitung. Gründe für die voraussichtliche Kostensenkung seien unter anderem wesentlich geringere Aufwendungen im Genehmigungsverfahren und für Öffentlichkeitsarbeit.

Projekt Windpark Reinhardswald: Komplett durchfinanziert

Die beiden Bürgermeister weisen darauf hin, dass damit „die Projektphase für den Windpark bis zur letzten Maschine komplett durchfinanziert ist“. Und dies ohne direkte finanzielle Beteiligung der verbliebenen vier Kommunen Trendelburg, Grebenstein, Immenhausen und Fuldatal.

Der Genossenschaftsvorstand sieht sich in seinen Planungen auch vom Land Hessen bestätigt. Denn am kommenden Montag wird Regierungspräsident Walter Lübcke der EGR den Bewilligungsbescheid über 100 000 Euro für „vorbildliche Interkommunale Zusammenarbeit“ überreichen. Das private Genossenschaftsmitglied, der Unternehmer Ralf Paschold, steuert seinerseits 25 000 Euro zur Finanzierung des Projekts bei. „Die Mittelzusage des Landes dokumentiert, dass man in Wiesbaden Planung und Konzept der EGR mit ihren Partnern für wirtschaftlich tragfähig hält und das Engagement der Kommunen nachhaltig zur positiven Finanzentwicklung der kommunalen Haushalte beitragen kann.“

Freuen sich über 100 000 Euro vom Land: Die beiden Vorstandsmitglieder der Energiegenossenschaft Reinhardswald, Danny Sutor (links) und Kai Georg Bachmann.

Als Nächstes steht für die Genossenschaft die Gründung einer Verwaltungs-GmbH auf der Agenda. Daran beteiligen sich die EAM und die Stadtwerke Union Nordhessen (SUN). Diese Gesellschaft bringt dann die Anträge zur Genehmigung nach dem Bundesimmissionschutzgesetz (BIMSchG) auf den Weg. Sutor und Bachmann gehen davon aus, dass die Genehmigung im Frühjahr 2019 vorliegen wird.

Den Projektwert jeder genehmigten Anlage taxiert der Genossenschaftsvorstand auf 500 000 Euro. Bei 20 Anlagen würde die Windparkgenehmigung also 10 Millionen Euro wert sein – „möglicherweise sogar mehr“, sagen Sutor und Bachmann. Das sei auch durch die Windmessungen begründet, die Werte von 7,7 Meter/Sekunde auswiesen, anstatt 6 Meter/Sekunde, mit denen anfangs gerechnet worden ist. Diese deutlich stärkeren Windgeschwindigkeiten verheißen nach Ansicht des EGR-Vorstands einen wesentlich höheren Ertrag, als bislang kalkuliert.

„Wir können Kosten deutlich unterschreiten und machen dadurch das Risiko kleiner“, sagen Sutor und Bachmann. Und weil auf der Einnahmeseite die Erwartungen ebenso deutlich nach oben korrigiert werden können, „werden die Ertragschancen höher“.

Die Bürgermeister stellen klar, dass auch mit der Genehmigung des Windparks noch nicht die Entscheidung zum Betrieb verbunden sei. „Auch danach könnten wir immer noch den Ausstieg wählen“, sagt Bachmann.

Rubriklistenbild: © Schmidt/Aibotix/nh

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