Energiegenossenschaft stellt sich gegen Pläne von K+S

Windräder im Reinhardswald könnten Salzsee bei Gottsbüren verhindern

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Aktuelle (und einzige) Einleitstelle für Salzabwasser an der Werra in Philippsthal in der Nähe des Standortes Hattorf.

Trendelburg. Windräder im Reinhardswald könnten womöglich einen Salzsee bei Gottsbüren (Kreis Kassel) verhindern.

Die Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) will nämlich von ihren Windkraftplänen am Farrenplatz nicht abrücken, und die überschneiden sich teilweise mit einem der drei Gebiete, in denen der Kalikonzern K+S nach einem Standort für Speicherbecken suchen möchte.

Auf die Überschneidung hat die EGR das Regierungspräsidium Kassel (RP) hingewiesen, das derzeit Stellungnahmen zur Salzwasser-Pipeline prüft. Demnach liegen zwei Windkraftstandorte im oder nahe am Speicherbecken-Suchraum Farrenplatz. Da die Windkraftgebiete rechtsverbindlich sind, hätten sie Vorfahrt vor anderen Planungen, auch vor der Salzfernleitung von K+S. Die EGR verweigert auch eine denkbare Einigung mit K+S, um sich etwa für den Verzicht auf ein Windrad entschädigen zu lassen: „Wir sind nicht angetreten, um schnelles Geld zu verdienen, sondern den kommunalen Einfluss auf die Planungen im Reinhardswald sicherzustellen“, sagt EGR-Vorstand Kai Georg Bachmann.

Allerdings sind noch viele Fragen offen, ehe die EGR tatsächlich einen Salzsee verhindern kann. So prüft das RP derzeit, welcher Suchraum überhaupt für ein Speicherbecken in Frage kommt und wo es die geringsten Auswirkungen hätte. Erst wenn dabei der Farrenplatz als einziger und bester Standort übrig bleibt, stellt sich die Frage, ob die Windkraftpläne einen Salzsee ganz ausschließen. Womöglich könnte ein Speicherbecken kleiner oder ganz außerhalb des Windparks gebaut werden.

„Es gibt bei der Planung noch sehr viel Flexibilität bei der Größe und dem genauen Standort“, sagt K+S-Vertreter Jörg Willecke. Daher sehe er keinen echten Konflikt mit der EGR. Auch RP-Sprecher Michael Conrad verweist auf die laufende Abwägung der 600 Stellungnahmen zur K+S-Planung: „Für eine Bewertung ist es zu früh.“ 

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