Fragen und Antworten

Windräder im Reinhardswald: Das muss man wissen

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Windräder im Wald: Auch Kommunen im Kreisteil wollen daran verdienen. 

Trendelburg. Das Hin und Her um die 20 geplanten Windräder im Reinhardswald (Kreis Kassel) wird immer komplexer. Deshalb hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Überall geht es gerade nur noch um Windräder. Was ist das Besondere an den Projekten im Reinhardswald?

Zum einen handelt es sich um Staatswald. Zum anderen geht es hier nicht um Investoren von auswärts, sondern um örtliche Städte und Gemeinden, die sich zu einer Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) zusammengeschlossen haben. Das sind Bad Karlshafen, Wahlsburg, Trendelburg Oberweser, Fuldatal, Grebenstein, Immenhausen, Hofgeismar und Reinhardshagen. Die letzten beiden Kommunen haben ihren Austritt beschlossen. In Immenhausen startet die Freie Liste eine Debatte darüber. In der EGR sitzt auch ein privater Unternehmer, Partner sind der kommunale Energieversorger EAM und die Stadtwerke-Union Sun.

Und die bekommen jetzt Flächen im Reinhardswald?

Der Reinhardswald im Regiowiki.

Ja, das Land will ihnen die Gebiete Farrenplatz und Langenberg/Hahneberg verpachten. Sie zahlen also Geld, um Windräder bauen und betreiben zu dürfen. Damit sie sich das leisten können, muss der Verkauf des Stroms entsprechend viel Geld bringen.

Und was war das vorher für ein Hickhack mit dem Gahrenberg?

Die erste Fläche, die das Land vergeben hat, war der Gahrenberg. Den wollte die EGR auch. Doch das Land bot die Fläche öffentlich an, das lukrativste Angebot gewann. Die EGR hatte keine Chance – obwohl das Land regionalen und kommunalen Bewerbern einen Bonus versprach. Offenbar hatten andere bessere Angebote gemacht. Zahlen sind nicht bekannt.

Wieso spielt das eine Rolle in der Debatte um Farrenplatz und Langen-/Hahneberg?

Weil der Gahrenberg offiziell der Wertermittlung solcher Windradstandorte diente. Wenn der Gahrenberg mehr wert ist, als die EGR bot, wie schaffte es die Genossenschaft dann plötzlich wieder im Spiel und erfolgreich zu sein? Eine Möglichkeit wäre: mehr Windräder. Denn das bringt mehr Geld, das wiederum ermöglicht der EGR mehr ans Land zu zahlen.

Das ist nach HNA-Informationen aber nicht der Fall. Zwölf Windräder plante die EGR an den Hahne-/Langenberg, zwölf sollen kommen. Bleibt der Farrenplatz: Der werde „unter denselben Voraussetzungen in die Verhandlungen zur Verpachtung einbezogen“, sagt das Umweltministerium. Dort legt die EGR also offenbar auch nicht drauf.

Vielleicht war es der Regionalbonus, mit dem die EGR punkten konnte?

Das wäre unlogisch, den hatte sie nämlich schon beim Gahrenberg. Und dort war ihr Angebot nicht konkurrenzfähig.

Wird die Öffentlichkeit denn erfahren, was in den Verträgen steht?

Momentan herrscht Schweigen von beiden Seiten, weil der Pachtvertrag noch nicht unterschrieben ist. Danach werden die Zahlen aber öffentlich: Die Parlamente müssen Geld für den Windradbau bereitstellen und das werden sie nicht tun, ohne die Kostenkalkulation der EGR zu kennen.

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