Trendelburger Leidenschaft für Erdäpfel

Kam durch Zufall zur Kartoffel: Marcus Koch wurde durch seinen Einsatz für die 1000-Jahr-Feier Deisels zum Kartoffelspezialisten. Er betreibt den Anbau jedoch nur im Nebenerwerb. Foto: Temme

Deisel. Marcus Koch ist ein Naturmensch. So erklärt sich auch sein besonderes Hobby: Er baut Kartoffeln an – allerdings nicht nur eine Sorte, sondern mehr als 30 verschiedene. Auf seinem Land in Deisel dreht sich zwischen August und Oktober vieles um die schmackhaften Erdäpfel. Auf kleinen Märkten in der Region bringt der 37-Jährige sie dann im Nebenerwerb an den Mann.

Ihren Anfang nahm die Kartoffelleidenschaft schon vor mehr als zehn Jahren. Damals, als der Ort sein 1000-jähriges Bestehen feierte, unterstützte Koch das Fest mit einem Kartoffelstand. „Da meine Idee bei den Leuten gut ankam und ich selbst fasziniert von der Vielfalt war, habe ich weitergemacht.“

Bei seiner Auswahl hat sich der Deiseler vor allem auf alte und seltene Kartoffelsorten spezialisiert, deren Aussehen seine Kunden oft verblüffen. „Die meisten Menschen kennen nur gelb- oder weißfleischige – dabei gibt es zahlreiche Varianten mit einem blauen, violetten oder mamorierten Innenleben.“ Neben dem Aussehen ist natürlich vor allem der Geschmack entscheidend: Von kräftig würzig über nussig bis hin zu süßlich reicht die Vielfalt.

Auf 1500 Quadratmetern bringt der Landwirt, der hauptberuflich Baumschulmeister ist, jedes Frühjahr rund 350 Kilogramm Pflanzkartoffeln aus. Dazu zählen etwa die lilafarbene Violetta, die rotfleischige Emmalie, das filigrane Bamberger Hörnchen oder der längliche Rosa Tannenzapfen. „In einem guten Jahr kommen aus einer Pflanzkartoffel zehn neue“, erklärt Koch.

Sogar lila: Der Anblick der vielen verschiedenen Kartoffeln von Marcus Kochs Acker sorgt für Überraschungen. Er hat sich auf alte und seltene Sorten spezialisiert. Foto: Temme

Doch dafür ist aber auch eine Menge an Arbeit nötig: Nach dem Einbringen muss der Acker mehrmals gelockert werden. Je nach Bedarf kommt später noch das Spritzen gegen Krautfäule und Kartoffelkäfer hinzu. Ist die Ernte eingebracht, bringt der Bauer Mist als Dung auf den Acker aus, um die Erde für das kommende Jahr vorzubereiten. Natürlich machen die vielen Kartoffelsorten die Ernte nicht einfacher „Ich habe dadurch 20 Prozent an Mehraufwand, der sich aus dem Separieren ergibt.“

Neben seinem Kartoffelspleen, wie er selbst sagt, schlägt sein Herz auch für Äpfel. Auch davon hat er rund 30 Sorten im Angebot.

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