Film über Friedenseiche

Trickfilm von Hombresser Künstler wird bei Filmfestival in Georgien gezeigt 

Es braucht viele Bilder, bis der Vogel fliegt: Im Wohnzimmer seines Hauses hatte der Künstler Artur Klose rechts) im Sommer für seine Gäste aus Georgien ein Trickfilmstudio eingerichtet. Foto: Temme

Hombressen. Der Hombresser Künstler Artur Klose hat einen Trickfilm über die Hombresser Friedenseiche gedreht, der auf Filmfestivals in Batumi, Georgien gezeigt wird.

Artur Klose ist einer, für den Völkerverständigung eine Art Lebensinhalt ist. So stieß er diesen Sommer auch ein Filmprojekt über die Hombresser Friedenseiche an, welches nun bei einem Trickfilmfestival im georgischen Batumi gezeigt wurde. Dort baute Klose auch Kontakte zu russischen und bulgarischen Kunstschaffenden auf, um einen Austausch zwischen Deutschen und Osteuropäern voranzutreiben.

Im Juli dieses Jahres wandelte der 46-Jährige sein Wohnzimmer in ein Trickfilmstudio. Dort entstand mit Kindern und Jugendlichen aus Georgien ein kurzer Film über den symbolträchtigen Baum von Hofgeismar. Wenn auch mit nur einfachen Mitteln gestaltet, so hat der Film doch eine starke Aussage. Denn die Eicheln des Wahrzeichens werden von Vögeln auf das Grundstück des Künstlers gebracht, dem selbst ernannten „German Center of Modern Art“. „Das bedeutet, dass von hier aus mittels der Kunst zum Frieden in der Welt beigetragen wird.“ Ein Meisterwerk zu schaffen, sei nie Absicht gewesen – ihm ginge es um Kreativität und das Miteinander von jungen Menschen, ergänzt der Trickfilmer.

Dass es ihm gelang, das kleine Hombressen und somit die Hofgeismarer Region in der zweitgrößten Stadt Georgiens bekannt zu machen, hinterlässt bei ihm einerseits schon etwas Stolz, andererseits aber auch eine gewisse Desillusion: „Dass der georgische Staat meine Reise zum Filmfestival finanzierte, zeigt mir, wie sehr im Ausland meine Arbeit mit Jugendlichen geschätzt wird“, bemerkt er, runzelt die Stirn und verkneift sich weitere Aussagen zur nicht vorhandenen Wertschätzung vor Ort. Indes holt er Luft und verkündet weitere erfreuliche Nachrichten, die ein Zusammenrücken von West und Ost fördern könnten: „Während meines Aufenthaltes in Batumi wurden Direktorinnen von etablierten, internationalen Trickfilmfestivals aus Russland und Bulgarien auf meine Arbeit aufmerksam“, berichtet der Hombresser, beide hätten starkes Interesse an einem Austausch gezeigt, möchten, dass Kinder und Jugendliche ihrer Länder an Kloses Workshops in Hombressen teilnehmen – und im Gegenzug junge Besucher bei sich empfangen. „So wird Hombressen bald mit zwei Millionenmetropolen zusammenarbeiten – ich finde es unfassbar, dass meine Jugendarbeit in einem deutschen Provinzdorf dermaßen große Aufmerksamkeit dort erweckt.“

Übrigens traf Klose bei seinem Besuch auch die Jugendlichen wieder, die bei ihm zu Gast waren: „Sie waren von Deutschland so begeistert, dass einige von ihnen angefangen haben, Deutsch zu lernen.“ Da er sich zudem als „Botschafter der deutschen Sprache“ sieht, erfreute ihn das besonders. Nach wie vor sucht der Künstler Unterstützer, die ihm bei seinen Projekten zur Seite stehen. 

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