Hoffen auf Nachwuschs

Mehr Leben im Affenhaus: Neue Kattas im Tierpark Sababurg suchen einen Namen

Auf Inspektionstour im Gebäude: Der Ringelschwanz und die hellen Augen sind typisch für die Kattas.
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Auf Inspektionstour im Gebäude: Der Ringelschwanz und die hellen Augen sind typisch für die Kattas.

Im Tierpark Sababurg sollen zwei junge Kattas die Gruppe der seltenen Kattas verstärken und möglichst auch für Nachwuchs sorgen.   

Nur einige Kinder einer Schulklasse bemerkten vergangene Woche, dass zwei neue Bewohner ins Affenhaus im Tierpark Saba-burg eingezogen sind. Die Transportkiste wurde nur wenige Schritte weit vom Kleinbus zur Stalltür getragen, bevor die beiden jungen Kattas, Halbaffen mit auffälligem Ringelschwanz, den hinteren Bereich des Stalls bezogen, etwas entfernt von der Sichtscheibe für die Besucher.

Dort bleiben sie, abgetrennt durch ein Gitter von den drei hier schon länger lebenden Kattas, für einige Tage zum Eingewöhnen. Vermutlich zum Wochenende werden sie erstmals hinaus auf die Insel gelassen, bevor sie dann mit Lotta, Lucy und Moritz zusammentreffen dürfen.

„Das hängt davon ab, wieweit sie sich eingewöhnt haben und welchen Eindruck die Tierpfleger dann von ihnen haben“, erklärt Karl Görnhardt von der Tierparkverwaltung. Bislang machten die Neuankömmlinge jedenfalls einen guten Eindruck.

Neugierig: Auf dem Weg vom Auto ins Gebäude lugt eines der Tiere aufmerksam aus der Transportkiste.

Von einem friedlichen Transport berichteten auch die Tierpfleger Sarah Mascher und Felix Nell, die um 4 Uhr starteten, um die beiden Katta-Männchen, übrigens Zwillinge, aus dem Zoo Karlsruhe zu holen.

Hoffen auf Nachwuchs

Dieser Zoo mit rund 3000 Tieren hat eine größere Kattagruppe und tauscht immer wieder Tiere mit anderen Einrichtungen aus. 2016 erhielt er zwei neue Tiere aus Thüringen und gab selbst zwei Kattas an den Affenwald Straußberg ab. Der Tierpark Sababurg suchte lange nach Kattas, weil die eigenen Zuchtversuche mit zwei Weibchen und einem Männchen keinen Erfolg hatten. Durch die neuen Tiere hofft Betriebsleiter Uwe Pietsch, dass es 2021 oder 2022 Nachwuchs geben könnte.

Ursprünglich wurde das neue Affenhaus mit Insel für Gibbons gebaut, die aber schwer zu halten waren. Der letzte Gibbon Chitah, der sich das Gehege seit 2012 mit den Kattas teilte, war in sehr hohem Alter im Dezember 2018 gestorben.

Kattas sind vom Aussterben bedroht

Die Kattas sind zutraulich, beißen nicht und ein Hit bei Kindergeburtstagen, wenn einzelne Besucher einen Katta mit Obst füttern dürfen. Außerdem sind sie eine vom Aussterben bedrohte Tierart und Züchtungen daher wichtig, meint Uwe Pietsch.

Kattas kommen nur auf der Insel Madagaskar vor. Sie gehören zu den Lemuren, einer Teilordnung der Primaten, zu denen auch die Menschenaffen und die Menschen gehören. Aufgrund der Ausbreitung von Bebauung und Landwirtschaft auf Madagaskar sowie illegaler Jagd sind die Kattas vom Aussterben bedroht. Sie leben in Gruppen von 13 bis 15 Tieren und sind, eher untypisch, tagaktiv und oft am Boden. 

Nun werden Namen für die beiden Neuen gesucht. Vorschläge können gesendet werden an: info@tierparkverwaltung.de

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